• Sachsen: Verhandlungen für Lehrkräfte gescheitert
    V.l.n.r.: Willi Russ (Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb), Ursula-Marlen Kruse (Landesvorsitzende der GEW-Sachsen), Brunhild Kurth (Sächsische Staatsministerin für Kultus) und Georg Unland (Sächsischer Staatsministerin für Finanzen).

Sächsische Staatsregierung bietet nur Mogelpackung: Verhandlungen für Lehrkräfte gescheitert

Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und sächsischer Staatsregierung über die Attraktivitätssteigerung der Lehrerberufe im Freistaat sind ergebnislos beendet worden. „Die Staatsregierung hat eine große Chance vertan. Ein gutes Bildungssystem mit qualifizierten Lehrkräften gibt es nicht zum Nulltarif“, sagte Willi Russ, Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik des dbb, am 30. September 2016 in Dresden.

Nach elf Verhandlungsrunden sei deutlich geworden, dass die Staatsregierung nicht zu den notwendigen Investitionen ins Bildungssystem bereit sei. „Das Angebot war eine Mogelpackung: Zwar wurden uns Verbesserungen für neueingestellte Lehrkräfte in Aussicht gestellt. Den Preis dafür zahlen sollte jedoch die heutige Lehrergeneration und hier vor allem die älteren Beschäftigten, die seit Jahrzehnten die Qualität des sächsischen Bildungssystems garantiert haben – ausgerechnet sie sollten Verschlechterungen bei der Altersermäßigung, den sogenannten Abminderungsstunden, hinnehmen. Dafür gibt es garantiert kein gewerkschaftliches Gütesiegel“, so Russ, der für den dbb die Verhandlungen führte. „Die zusätzliche Forderung der Staatsregierung an uns, schon heute einseitig und verbindlich für die kommenden Jahre auf alle weiteren Forderungen zu verzichten, ist nicht von diesem Stern. So einen Freifahrtsschein gibt es von uns mit Sicherheit nicht.“

Man wolle nun genau beobachten, was die Staatsregierung plane und umsetze, so Russ weiter. „Klar ist: Wir werden nicht tatenlos zuschauen, wenn der Arbeitgeber weiteren Raubbau an der Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen betreibt.“

 

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