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Pflege: Nicht nur Stellen schaffen, sondern Personal ausbilden

Mit Blick auf den „Internationalen Tag der Pflege“ am 12. Mai hat die komba gewerkschaft auf den Fachkräftemangel in Klinken und Pflegeeinrichtungen hingewiesen.

Im vergangenen Jahr waren durchschnittlich 36.000 Stellen in der Pflege nicht besetzt, hatte das Bundesgesundheitsministerium zuletzt eingeräumt. „Das Soforthilfeprogramm der Bundesregierung mit 8.000 zusätzlichen Stellen ist zwar gut, aber in Anbetracht dessen völlig unzureichend. Es ist lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte Andreas Hemsing, Bundesvorsitzender der komba gewerkschaft, am 9. Mai 2018. Entscheidend sei die Ausbildung von zusätzlichen Fachkräften. Mehr Stellen ohne das nötige Fachpersonal zu schaffen, würde weder die Beschäftigten entlasten noch den Pflegebedürftigen helfen.

Die komba gewerkschaft habe in den vergangenen Jahren immer wieder vor einer Abwanderung des Bestandspersonals aufgrund der Arbeitsbedingungen und dem sich abzeichnenden Mangel an Nachwuchskräften in den Gesundheitsberufen gewarnt. „Die Politik hat lange Zeit die Augen vor den Missständen in der Pflege verschlossen. Wer in diesem Bereich arbeitet, hat permanenten Stress, ist psychischen Belastungen ausgesetzt, muss körperliche Herausforderungen meistern und hat selten verlässliche freie Zeiten zur Erholung. Ein Zustand, der auf Dauer krank macht“, warnt Hemsing. Die jahrelangen Fehlentwicklungen im System hätten die Beschäftigten bislang immer wieder aufgefangen. „Dieses hohe Verantwortungsbewusstsein wurde von Politik und Arbeitgeberseite schlichtweg ausgenutzt. Es ist endlich an der Zeit, das System grundlegend neu zu organisieren und die Beschäftigten zu entlasten. Dazu bedarf es eines konkreten und beherzten Handelns.“

 

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