Bund Deutscher Forstleute (BDF)

Personalmangel gefährdet Verkehrssicherung im Wald

Auf die Gefahren durch umstürzende Bäume hat der BDF am 25. Februar 2022 hingewiesen. Durch den Abbau von Forstpersonal sei die Verkehrssicherung gefährdet.

Die Zahl entsprechender Unfälle sei im Vergleich zum sonstigen Unfallgeschehen in Deutschland gering. „Gleichwohl müssen wir feststellen, dass durch den Forstpersonalabbau der letzten Jahrzehnte das Risiko besteht, dass die durch die Rechtsprechung gewachsene Verkehrssicherungspflicht an Verkehrswegen nicht sorgfältig genug durchgeführt werden kann, so dass das Unfallrisiko steigt und die verantwortlichen Kollegen oder Kolleginnen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen“, so Ulrich Dohle, BDF Bundesvorsitzender.

„Die andere Entwicklung ist die, dass teilweise keine individuelle Baumschau mehr durchgeführt wird, sondern Waldränder in großem Stil vorbeugend zurückgedrängt werden, mit negativen Auswirkungen auf das Ökosystem Wald und das Landschaftsbild“, erklärte Dohle. Der BDF weise darauf hin, dass die Forstbetriebe und Waldbesitzer ein Mitverschulden trifft, wenn die vorgeschriebene Baumkontrolle nicht mit genügend Fachpersonal ausgestattet wird.

Bäume seien Naturprodukte und keine genormten Gegenstände. Für eine sachgerechte Kontrolle benötige man daher die entsprechende Sachkunde, möglichst viel Erfahrung und Zeit. An letzterem mangele es aus Sicht des BDF im Forstbereich ganz erheblich. „Von 1990 bis heute ist deutschlandweit mehr als die Hälfte des Forstpersonals abgebaut worden. Alleine von 2012 bis 2020 sind 25.000 Arbeitsplätze im Forstsektor verloren gegangen. Ein Aufgabenabbau hat allerdings nicht stattgefunden, sondern – im Gegenteil – eine erhebliche Arbeitsverdichtung“, so der BDF Chef.

 

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