VDR kritisiert Thüringer Datenschutzbeauftragten

Lehrkräfte nicht als Sündenböcke für staatliche Versäumnisse missbrauchen

„Der Skandal um die Äußerungen des Thüringer Datenschutzbeauftragten macht das Dilemma der Digitalisierung an den Schulen in Deutschland während der Corona-Pandemie deutlich. Die Krise dient als Indikator des Standes der Digitalisierung im Bildungswesen und sie zeigt, dass die Lehrkräfte, nicht nur in Thüringen, als billige Sündenböcke für staatliche Versäumnisse herhalten müssen“, so der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR) und dbb Vize Jürgen Böhm am 14. Juni 2020 zur Diskussionen über Datenschutzregeln im Bildungsbereich.

„Wer Lehrkräfte, die sich angesichts einer einmaligen Ausnahmesituation und mangels nicht vorhandener Möglichkeiten kreativer Lösungen bedienten, nun rechtlich belangen und mit Strafgeldern belegen möchte, der hat weder einen Blick auf die derzeitige Realität noch Verantwortung für unsere Kinder und unsere Gesellschaft“, kritisierte der VDR Chef.

Statt das Engagement der Kolleginnen und Kollegen zu honorieren und mutige Schulen zu unterstützen, verschanze sich die Landesregierung Thüringens im aktuellen Beispiel hinter dem Datenschutz und verliere sich in „warmen Worten“. Erst die Corona-Pandemie habe das längst bestehende nationale Problem der digitalen Kommunikation, das Fehlen leistungsfähiger, rechtssicherer Plattformen und das Nichtvorhandensein nutzbarer digitaler Endgeräte für Schüler und Lehrkräfte mehr als verdeutlicht.

Mit Blick auf das kommende Schuljahr betont Böhm, dass gerade den Lehrkräften mit ihren personellen Kompetenzen und ihrer hohen Fachlichkeit eine entscheidende Rolle zukomme. Nur durch ein intensives Zusammenwirken von Schülern und Lehrkräften, der sinnvollen Verbindung von analogen und digitalen Lern- und Lehrtechniken könnten die entstandenen Wissenslücken schnell geschlossen werden. „Die Innovationskraft der Digitalisierung und der Anschub, den diese jetzt erfahren hat, dürfen nicht gebremst werden.“

 

 

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