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Kultusministerkonferenz: Lüften, lüften, lüften

Die Kultusministerinnen und -minister der Länder (KMK) haben am 16. Oktober 2020 ein Rahmenkonzept mit möglichen Maßnahmen in Reaktion auf das dynamische Infektionsgeschehen vorgestellt. Die Bildungsgewerkschaften im dbb zeigten sich von den Ergebnissen zum Schulbetrieb in Pandemiezeiten enttäuscht.

„Die vorgestellte Handreichung zum Thema Lüften ist sicherlich eine gute Hilfestellung für Lehrkräfte, wie ein bestmöglicher Luftaustausch in Räumen zu erreichen ist, allerdings unter der Voraussetzung, dass genügend zu öffnende Fenster vorhanden sind und das Wetter es zulässt, dass diese geöffnet werden können“, kommentierte Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die Ergebnisse.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) Joachim Maiß zeigte sich ernüchtert: „Bei einer Vielzahl an Schulen können nicht einmal die Fenster richtig geöffnet werden. Und können Schulräume nicht gelüftet werden, sind sie aus innenraumhygienischer Sicht nicht für den Unterricht geeignet. Die Ideenlosigkeit, mit der die Politik darauf reagiert und am bedingungslosen Präsenzunterricht festhält, ist fatal.“

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) kritisierte, dass die KMK ihr Stufenmodell für den Schulbetrieb in Pandemiezeiten nicht an den Inzidenzwerten des Robert-Koch-Instituts (RKI) orientiert. „Insbesondere angesichts der aktuell ansteigenden Infektionszahlen fordern wir von der Kultusministerkonferenz für den Schulbetrieb eine ganz klare Orientierung in an den Vorgaben des RKI“, so die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing. Als Maßstab für den bereits eingeschränkten „Regelbetrieb“ in Pandemiezeiten, solle die KMK den Inzidenzwert von 35 Fällen binnen 7 Tagen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer kreisfreien Stadt oder innerhalb eines Landkreises übernehmen, führte Lin-Klitzing weiter aus. Das bedeute gemäß dem RKI neben einer Maskenpflicht im Unterricht der weiterführenden Schulen bereits eine ernsthafte Prüfung jeweils vor Ort, auf kleinere Lerngruppen durch Teilung oder auf Wechselunterricht im Schichtmodell umstellen zu dürfen, um in kleineren Gruppen die AHA-Regeln einhalten zu können. Dazu gehöre nach Ansicht der DPhV-Vorsitzenden genauso, dass alle Länder ihren Lehrkräften FFP2-Masken in ausreichendem Maße für den Dienst zur Verfügung stellen.

 

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