Kriminalstatistik zeigt Gewaltzunahme - DPolG: Entdeckungsrisiko entscheidend

„Der signifikante Anstieg bei den Gewaltvorfällen ist besorgniserregend“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, mit Blick auf die am 24. April 2017 vorgestellte bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik. Danach ist die Gewaltkriminalität um 6,7 Prozent auf 193.542 Fälle gestiegen.

„Ein Grund für die steigende Kriminalität ist das geringe Entdeckungsrisiko“, erklärte Wendt. „Viele Straftäter meinen ihre Taten begehen zu können, weil sie kein Erwischen fürchten. Das muss sich dringend ändern mit mehr Polizeipräsenz, verstärkter Videobeobachtung, zeitnaher Verurteilung und spürbaren Strafen. Die Zahl der Polizeikräfte in vielen Ländern in den letzten Jahren zu senken, rächt sich jetzt. Wir brauchen dringend weitere Neueinstellungen bei der Polizei, um die Alltagskriminalität effektiv bekämpfen zu können.“

Die personelle Aufstockung müsse von einer Modernisierung der technischen Ausstattung und einem engeren Informationsaustausch der Sicherheitsbehörden untereinander begleitet werden. Um zum Beispiel Wohnungseinbrüche stärker zu bekämpfen, solle ein länderübergreifendes Vorgangsbearbeitungssystem eingerichtet werden, das auch recherchefähig ist. „Es kann nicht sein, dass eine kriminelle Bande Einbrüche in Berlin begeht, dann weiterreist nach Nordrhein-Westfalen und dort niemand bei der Polizei auf Erkenntnisse zuvor begangener Straftaten zugreifen kann“, kritisierte Wendt.

 

zurück
Rechtsprechung

Rechtsprechung