Einkommensrunde der LänderHemsing: „Die Beschäftigten halten ihren Kopf hin“
Fehlendes Personal, stockende Digitalisierung, ausufernde Bürokratie: Der öffentliche Dienst ist am Limit. Und die Wertschätzung bleibt auf der Strecke.
„Die Verweigerungshaltung der Länder ist unerträglich, angesichts der enormen Aufgaben, vor denen der öffentliche Dienst steht“, sagte dbb-Vize Andreas Hemsing am 21. Januar 2026 in München vor mehr als 1000 Demonstrierenden. „Es sind die Beschäftigten, die Tag für Tag für die Gesellschaft in die Bresche springen. Lehrkräfte in den Schulen und Pflegekräfte in den Uniklinken, die trotz Personalmangels ihren Job machen. Beschäftigte der Verwaltung, die trotz stockender Digitalisierung ihr Bestes geben, um für die Menschen da zu sein. Und nicht zuletzt die Kolleginnen und Kollegen von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Sie halten ihren Kopf hin, wenn es brennt – und das nicht bloß sprichwörtlich!“ Der Staat kann nur Personal gewinnen, wenn er attraktive und konkurrenzfähige Bedingungen schafft, resümierte Hemsing. „Die gewerkschaftliche Forderung nach sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch 300 Euro, ist mehr als berechtigt.“
Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat ist auf dem Tiefpunkt. „Und hier in Bayern haben wir zunehmend das Problem, dass die Beamtinnen und Beamten das Vertrauen in ihren Dienstherrn verlieren“, sagte Rainer Nachtigall, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbunds (BBB). „Es ist ein Novum, dass ein Ministerpräsident ankündigt, das Ergebnis erst verzögert auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen, bevor es überhaupt feststeht. Wir fordern und erwarten das Gegenteil: Bayern muss sich in der Tarifgemeinschaft deutscher Länder dafür einsetzen, dass die Landesparlamente das Ergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten übertragen.“
Die Perspektive der Nachwuchskräfte brachte Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, ein. „Eine verbindliche, unbefristete Übernahme nach der Ausbildung ist unverzichtbar, um junge Menschen für den öffentlichen Dienst zu gewinnen und zu halten“, sagte er. „In Zeiten des Fachkräftemangels darf es hier keine Verzögerungen mehr geben. Es heißt immer, dass alle Personal suchen. Aber von nichts kommt nichts!“
Hintergrund: Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. bis 13. Februar 2026 vereinbart. Alle Informationen zur Einkommensrunde gibt es unter dbb.de/einkommensrunde.



