Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS)

Grundrente: Zweifel an der praktischen Umsetzung

Die GdS hat die Grundrente grundsätzlich begrüßt, hegt aber große Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit zum 1. Januar 2021.

Unter den jetzigen Bedingungen drohe eine deutliche personelle Überforderung in der Gesetzlichen Rentenversicherung, erklärte der GdS Bundesvorsitzende und dbb Vize Maik Wagner am 28. Januar 2020: „Eine technische Umsetzung bis Anfang 2021 wird nur sehr schwer möglich sein, da viele Fälle vermutlich händisch bearbeitet werden müssen. Dafür fehlen der Rentenversicherung jedoch mehrere tausend Stellen.“

Insgesamt sehe die GdS die Gefahr, dass die Grundrente nur auf dem Papier, nicht aber in der Praxis funktioniert. Dies sei beispielsweise zu befürchten, wenn sehr alte Rentenkonten nicht alle Informationen zur Berechnung einer Grundrente enthalten. „Hier werden Erwartungen bei den Versicherten geweckt, die zum jetzigen Stand nur enttäuscht werden können“, warnte der GdS Chef.

Die Einführung der Mütter- und der Flexi-Rente in der Vergangenheit seien wahre Kraftanstrengungen für die Beschäftigten in der Rentenversicherung gewesen. Der Mehraufwand, der nun durch die Grundrente entstehen könnte, dürfte allerdings neue Dimensionen annehmen, warnte Wagner: „Der Gesetzgeber hat den Entwurf zur Grundrente an vielen Stellen nachzubessern, damit sich der Verwaltungsaufwand nicht zu einem bürokratischen Ungetüm entwickelt.“

 

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