• Das Foto zeigt dbb-Chef Volker Geyer am Rednerpult.
    Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb: „Wir stehen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, deshalb müssen wir auch im öffentlichen Dienst für Chancengleichheit sorgen.“

dbb bundesfrauenkongress 2026Geyer: „Werden uns gegen die Aushöhlung des Grundgesetzes wehren“

Wer an der Gleichstellung von Frauen und Männern sägt, schadet der Demokratie. Jetzt geht es darum, gemeinsam Ungleichheiten zu bekämpfen.

Politik & Positionen

„Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist kein Nebenthema. Sie ist Kernbestandteil unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Wo Frauenrechte geschwächt werden, wird am Fundament der Demokratie gerüttelt“, betonte der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer auf dem 13. dbb bundesfrauenkongress am 20. März 2026 in Berlin. Zurzeit werden Frauenrechte wieder offen angegriffen und als verhandelbar dargestellt. „Dahinter steckt ein rückwärtsgewandtes Rollenbild, das mit einer modernen, offenen Gesellschaft nichts zu tun hat. Gerade die Ewiggestrigen vom rechten Rand versuchen, Gleichstellung als ideologisches Projekt abzutun“, erklärte Geyer. „Diese reaktionären Vorstellungen sind mit unserem Grundgesetz und mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung der vergangenen Jahrzehnte nicht vereinbar. Wir werden uns mit allem, was wir haben, gegen eine Aushöhlung unserer Grundrechte zur Wehr setzen.“  

Geyer weiter: „Faire Karrierechancen, echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, transparente Auswahlverfahren, Führung in Teilzeit und Entgeltgleichheit: Das sind zentrale Fragen von Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit.“ Gerade der öffentliche Dienst müsse hier Vorbild sein. „Wir stehen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, deshalb müssen wir auch im öffentlichen Dienst für Chancengleichheit sorgen.“  

dbb frauen-Chefin Kreutz:Moment der Entscheidung 

Der Kongress steht dieses Jahr unter dem Motto „Jetzt oder nie: Frauen. Macht. Demokratie“. Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung und stellv. dbb-Bundesvorsitzende, erklärte: „Der Titel ist keine rhetorische Zuspitzung, es ist eine Zustandsbeschreibung. Wir stehen an einem Punkt, an dem sich entscheidet, ob unsere Demokratie den Anspruch auf Gleichstellung ernst nimmt oder einen unzureichenden Status Quo aufrechterhält.“ Es gehe um den Zugang zu Macht, um Frauen zu motivieren den nächsten Schritt zu gehen und um die Zukunft unserer demokratischen Ordnung. „Demokratie funktioniert nur dann, wenn sie die Lebensrealitäten der Menschen widerspiegelt. Aber gerade dort, wo grundlegende Entscheidungen getroffen werden, sind sie nicht ausreichend vertreten“, kritisierte die dbb frauen-Chefin.  

Geschlechtergerechte politische Repräsentanz sei kein Selbstzweck, hob Kreutz hervor. „Sie verbessert die Qualität politischer Entscheidungen. Sie stärkt die Legitimität demokratischer Institutionen und sie stabilisiert unsere Gesellschaft.“ Gleichstellung sei aber keine Aufgabe der Frauen allein - sie brauche Männer als Verbündete. dbb-Vize Kreutz stellte klar: „Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Geschlechtergerechtigkeit Verluste für Männer bedeutet. Sie ist keine Frage von Verlusten, sondern des gemeinsamen Gewinns.“  

dbb frauen wählen neue Geschäftsführung

Zu Beginn des 13. dbb bundesfrauenkongress haben die Delegierten der dbb bundesfrauenvertretung am 20. März 2026 ihre Geschäftsführung für die nächsten fünf Jahre neu gewählt. Die neue Geschäftsführung setzt sich wie folgt zusammen:

  • Vorsitzende: Milanie Kreutz, Deutsche Steuergewerkschaft - DSTG
  • Stellv. Vorsitzende: Tanja Küsgens, Verband Bildung und Erziehung - VBE
  • Beisitzerinnen: Valentina van Dornick (komba gewerkschaft), Sandra Schäfer (Bayerischer Lehrerinnen- und Lehrerverband - BLLV), Martina Scherer (Deutscher Philologenverband - DPhV) und Synnöve Nüchter (komba gewerkschaft)

 

Hintergrund:  Alle fünf Jahre tritt der dbb bundesfrauenkongress, das höchste Gremium der dbb bundesfrauenvertretung, zusammen, um eine neue Geschäftsführung zu wählen und um die Grundsätze für die frauenpolitische Arbeit im dbb beamtenbund und tarifunion festzulegen.

zurück