Wendt verabschiedet – Teggatz neuer DPolG-ChefGeyer: Beamtentum verdient Rückendeckung der Politik
Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer warnt vor wachsender Staatsverdrossenheit – und mahnt Rückendeckung für die Beschäftigten an.
„Gerade in Zeiten multipler Krisen wollen die Menschen einen handlungsfähigen Staat. Dafür sind nicht immer nur neue Gesetze oder neue Regulierungen nötig. Gebraucht werden Kolleginnen und Kollegen, die die schon heute geltenden Gesetze auch durchsetzen – und sich dabei auf die Rückendeckung ihres Dienstherrn verlassen können“, sagte der dbb-Chef beim Bundeskongress der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) am 21. April 2026.
„Was wir aktuell an Vorschlägen aus der Bundesregierung hören, hat aber mit Rückendeckung wenig zu tun – es sind Angriffe auf das Berufsbeamtentum, etwa das wiederkehrende Gerede über die Einbeziehung in die Gesetzliche Rentenversicherung. Als Vorwand dienen dann oft die sogenannten ‚Privilegien‘ der Beamtinnen und Beamten. Da frage ich mich dann: Ist es ein Privileg, im Dienst bespuckt und angegriffen zu werden? Das zeigt meines Erachtens nur, wie entrückt einige Politikerinnen und Politiker vom Arbeitsalltag der Kolleginnen und Kollegen sind“, stellte Geyer klar.
Lob für starken Einsatz
Der dbb-Bundesvorsitzende gratulierte Heiko Teggatz, der auch dbb-Vize ist, zur Wahl zum DPolG-Bundesvorsitzenden: „Seit 2022 arbeiten wir in der dbb-Bundesleitung vertrauensvoll zusammen. Mit dir, lieber Heiko, bekommt die DPolG einen durchsetzungsstarken Experten an der Spitze, der die Sache der Polizistinnen und Polizisten überzeugend vertritt. Den dbb hast du dabei an deiner Seite.“
Geyer würdigte in seiner Ansprache Rainer Wendt, der nicht wieder zur Wahl angetreten war: „Wie kaum ein anderer Gewerkschafter hast du es verstanden, Politik und Öffentlichkeit das Wirken der Polizei zu erklären und, wenn nötig, auch mit pointierten Aussagen auf die Missstände im Bereich der Inneren Sicherheit hinzuweisen. Lieber Rainer, für deinen unermüdlichen Einsatz sind dir alle Kolleginnen und Kollegen, ist dir der dbb zu Dank verpflichtet.“
Die 396 Delegierten sprachen Heiko Teggatz mit einer überwältigenden Mehrheit von 382 (96,5 Prozent) ihr Vertrauen aus und wählten ihn zum neuen Bundesvorsitzenden der DPolG. Zu seinem 1. Stellvertreter bestimmten die Delegierten Ralf Kusterer aus Baden-Württemberg. Weitere stellvertretende Bundesvorsitzende sind Markus Sehn (Saarland), Thomas Jungfer (Hamburg), Thorsten Grimm (Bayern) sowie Olaf Sendel (Sachsen Anhalt).
„Ich danke den Delegierten herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen und herausragende Wahlergebnis. Gemeinsam mit der Bundesleitung, allen Funktionsträgern und Landesverbänden werden wir uns weiterhin mit voller Entschlossenheit für die Belange der Polizeibeschäftigten und für einen starken Rechtsstaat einsetzen“, sagte Heiko Teggatz unmittelbar nach der Wahl.
In seiner Antrittsrede setzte der neue DPolG-Bundesvorsitzende klare Schwerpunkte für die gewerkschaftliche Arbeit in den kommenden Jahren. Mit großer Sorge verwies er dabei vor allem auf die seit Jahren ansteigende Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte: „Menschen, die tagtäglich für unsere Sicherheit sorgen, geraten zunehmend selbst ins Visier von Gewalt. Die Lage für Einsatzkräfte ist hoch angespannt, vielerorts sehen sie sich brutalen und teils lebensgefährlichen Angriffen ausgesetzt. Besonders im Umfeld von Demonstrationen nimmt die Gewaltbereitschaft deutlich zu. Gewalt gegen Einsatzkräfte ist inakzeptabel und darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben!“


