60 Jahre dbb jugend

Gewerkschaftsnachwuchs ist unverzichtbar

„Die gewerkschaftlichen Jugendorganisationen des dbb und die dbb jugend als ihre gemeinsame Dachorganisation sind unverzichtbar.“ Der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Fachvorstand für Beamtenpolitik Hans-Ulrich Benra würdigte anlässlich des Festakts zum 60-jährigen Bestehen der dbb jugend am 21. Oktober 2016 in Berlin das Engagement und die Verdienste des Gewerkschaftsnachwuchses.

„Als Botschafter auf Augenhöhe vermitteln sie jungen Menschen, Praktikanten, Schülern, Auszubildenden und Studierenden, dass gewerkschaftliches Engagement im öffentlichen Dienst und seinen privatisierten Bereichen heutzutage wichtiger denn je und viel mehr als trockene Ideologie ist“, betonte der dbb Vize. „Mitglied in einer Gewerkschaft zu sein, halten viele Berufseinsteiger für überflüssig. Die Arbeitsbedingungen sind durch Tarifverträge und Beamtengesetze geregelt, und die Erhöhung der Vergütung geschieht ja auch ganz automatisch – oder? Dass dies nicht so ist, wird vielen erst dann klar, wenn es von Arbeitgeberseite heißt: ‚Die Kassen sind leer, in diesem Jahr gibt es keinen Cent mehr, wir bauen Arbeitsplätze ab, und zwar zuerst die befristeten Stellen der jungen Kolleginnen und Kollegen‘“, machte Benra deutlich. „Hier sind wir alle nur zusammen stark und können auch nur zusammen Druck machen, bis hin zum Arbeitskampf, und bei all dem ist die dbb jugend mit ihrer fachlichen Kompetenz und organisatorischen Schlagkraft ein wertvoller Partner an unserer Seite.“ Wer als gewerkschaftlicher Dachverband seine Jugendorganisation und deren Bedürfnisse nicht ernst nehme und als „protokollarisch notwendigen Laufstall“ abtue, vergehe sich an der Zukunft, warnte der dbb Vize. Insbesondere in Anbetracht der demografischen Entwicklung gehöre der Nachwuchs „in allen Dingen mit ins Boot, um eine generationengerechte Gestaltung der kommenden Herausforderungen zu gewährleisten“.

 

Sandra Kothe, seit 2009 Vorsitzende der dbb jugend, unterstrich, dass sich die dbb jugend über ihr berufspolitisches Engagement hinaus auch als „gesellschaftspolitische Kraft“ sehe. „Neben der Jugendarbeit sind beispielsweise Jugend- und Umweltpolitik, Bildung, Europa und Globalisierung feste Themen auf unserer Agenda.“ Auch Weiterbildung und Kommunikation würden großgeschrieben: Regelmäßige Seminare zu jugend- und gewerkschaftspolitischen Themen, aber auch zum persönlichen Training in Sachen Rhetorik oder Auftreten gehören zur Angebotspalette der dbb jugend, ebenso wie internationale Begegnungen, die die dbb jugend schon bis in die Vereinigten Staaten, das Baltikum und nach Osteuropa, Russland und Taiwan geführt haben. Kothe betonte: „Wir feiern 60 Jahre dbb jugend. In der ganzen Zeit war die Nachwuchsgewinnung für den dbb immer wichtig, und wir waren da auch sehr erfolgreich. Das müssen wir auch sein, denn ohne die Jugend hat auch der Erwachsenverband bald keine Zukunft mehr. Weil die Jungen für die Zukunft so wichtig sind, müssen sie sich auch in den Gremien wiederfinden. Schließlich werden dort Entscheidungen getroffen, die die Zukunft des Verbandes beeinflussen. Wir machen uns dafür stark, dass der dbb sich gemeinsam mit der dbb jugend für Generationengerechtigkeit einsetzt. Notwendige Veränderungen infolge des demografischen Wandels dürfen sich nicht zu Lasten der Jungen auswirken.“

 

Die dbb jugend ist die Jugendorganisation von dbb beamtenbund und tarifunion und mit mehr als 150.000 Mitgliedern einer der größten Jugendgewerkschaftsverbände in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der jungen Beschäftigten im öffentlichen Dienst und bei den privatisierten Dienstleistern wie Bahn und Post im Alter zwischen 16 und 27 Jahren.

 

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