Einkommensrunde für die Beschäftigten der LänderGehaltssteigerungen zwingend erforderlich
Nach der enttäuschenden Auftaktverhandlung haben sich Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Leer für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt.
„Der Arbeitgeber muss endlich erkennen, dass die Situation für viele Beschäftige – insbesondere in den unteren Einkommensgruppen – nach wie vor erheblich angespannt ist“, forderte Alexander Zimbehl, 1. Landesvorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion niedersachsen, auf einer Kundgebung auf der Jann-Berghaus-Brücke in Leer vor 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Und er fügte hinzu: „Wir ächzen weiterhin unter hohen Lebenshaltungskosten für Mieten, für Lebensmittel, für Dinge des täglichen Gebrauchs. Unsere Kolleginnen und Kollegen müssen mit ihrem Gehalt auskommen können. Wenn die Landesregierungen es nicht schaffen, die Belastungen für uns zu senken, dann kann man dem nur mit Forderungen nach angemessenen Gehaltssteigerungen begegnen! Diese sind zwingend erforderlich, und zwar unmittelbar!“
„Eigentlich muss es eine Selbstverständlichkeit sein: Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit“, sagte Hermann-Josef Siebigteroth, Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten (VDStra.) und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der dbb Tarifkommission. „In Deutschland gibt es zahlreiche Straßenmeistereien, in denen Kolleginnen und Kollegen für die gleiche Tätigkeit deutlich weniger verdienen als Beschäftigte bei vergleichbaren Arbeitgebern wie etwa bei der Autobahn GmbH des Bundes, beim Land Hessen, in Kreisstraßenmeistereien oder kommunalen Bauhöfen. Es ist in keiner Weise zu rechtfertigen, dass Landesbeschäftigte trotz identischer Verantwortung und Belastung schlechtere Arbeits- und Einkommensbedingungen hinnehmen müssen. Unsere Forderung nach 7 Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch 300 Euro, ist mehr als gerechtfertigt.“
Kernforderungen:
- Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens 300 Euro, für 12 Monate
- Erhöhung der Ausbildungs-/dual Studierenden-/Praktikantenentgelte um 200 Euro
- Erhöhung der Zuschläge gemäß § 8 Abs. 1 TV-L um jeweils 20 Prozentpunkte
Hintergrund: Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Es sind noch zwei weitere Verhandlungsrunden für den 15./16. Januar sowie den 11.-13. Februar 2026 vereinbart.


