Frauenquote: dbb bundesfrauenvertretung fordert verbindliche Zielvorgaben

Die dbb bundesfrauenvertretung begrüßt den Vorstoß von Bundesfamilienministerin Schröder, auch im öffentlichen Dienst Regelungen zur Steigerung des Frauenanteils in Behördenspitzen gesetzlich vorzuschreiben. "Ob eine flexible Quote, wie für die Wirtschaft vorgesehen, auch für den öffentlichen Dienst zielführend ist, muss genau geprüft werden. Die Flexi-Quote ist auf Wirtschaftsbetriebe zugeschnitten und setzt gewisse unternehmerische Freiheiten voraus, die im öffentlichen Dienst nicht vorzufinden sind. In den Verwaltungen folgt die Personalentwicklung anderen Dynamiken. Nicht marktwirtschaftliche Aspekte, sondern politische Entscheidungen sind wegweisend. Die Personalstruktur ist streng hierarchisch angelegt und setzt auf langfristige und verlässliche Karriereperspektiven", sagte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 12. Dezember 2012.

Zudem warnte sie vor der Selbstverpflichtung zur Erfüllung der flexiblen Quote und deren mögliche Auswirkung auf die Personalzusammensetzung der obersten Behörden: "Mit Blick auf die Personalauswahl ist eine flexible Quotenregelung ein gewisser Freibrief für die Politik, da die Schaffung von Planstellen und deren Besetzung in ein und derselben Hand liegen."

Wildfeuer wies in diesem Zusammenhang außerdem auf die für den öffentlichen Dienst charakteristische Beförderungspraxis hin. "Führungspositionen sind nur zu erreichen, wenn über viele Jahre hinweg gute dienstliche Beurteilungen vorliegen. Eine flexible Quote könnte hier sogar kontraproduktiv wirken und aktuelle positive Entwicklungen bremsen. Denn immer mehr junge gut ausgebildete Frauen im öffentlichen Dienst nehmen bereits bei ihrem Einstieg Kurs auf eine Führungsposition. Deshalb macht auch im öffentlichen Dienst nur eine klare gesetzliche Quotenregelung Sinn, die mit positiven Anreizen für Vorgesetzte, aber auch mit Sanktionen bei der Verfehlung der Zielvorgaben verknüpft ist. In Verbindung mit einer gendergerechten Haushaltsführung hinsichtlich der Personalentwicklungskosten könnten damit fairere Aufstiegschancen für männliche und weibliche Beschäftigte gleichermaßen gewährleistet werden", so Wildfeuer.

 

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