VDR fordert klare Rahmenbedingungen zum schrittweisen Schulstart

Ferienregelungen als Struktur und Gerüst unantastbar

„Wenn am Montag die ersten Abschlussschüler in einigen Bundesländern in die Prüfungen bzw. Prüfungsvorbereitungen starten, müssen grundsätzliche Rahmenbedingungen eingehalten werden. Es geht bei aller Bildungsqualität grundsätzlich um die Sicherheit und die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und der Kolleginnen und Kollegen“, betonte Jürgen Böhm, der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes (VDR), am 17. April 2020.

Grundsätzlich begrüßte Böhm, der auch dbb Vize ist, die Entscheidung der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten, dass mit den Prüfungsjahrgängen begonnen wird. Entscheidend aber sei, dass entsprechende Rahmenbedingungen an den jeweiligen Schulen eingehalten werden müssen und auch eingehalten werden können.

„Es zeigt sich erneut, dass sich nun die Versäumnisse und Mängel der Bildungspolitik einiger Bundesländer, die in der Vergangenheit gemacht wurden, bitter rächen. Das betrifft sowohl die mangelhafte Digitalisierung einiger Schulen als auch die katastrophale Ausstattung vieler Bildungseinrichtungen im sanitären Bereich und in hygienischer Hinsicht“, so Böhm.

Der Bundesvorsitzende warnte vor unnötigen Debatten um die Sommerferien: „Unsere Schüler und Lehrkräfte arbeiten bereits seit einigen Wochen intensiv und mit großem Engagement von zuhause und für die Mehrzahl der Schüler wird diese Phase noch weiter andauern. Wir können den Eltern, aber auch den Lehrkräften nicht zumuten, diese besonderen Bedingungen in die Sommerferien zu verlängern und die Grundstrukturen und Orientierungsrahmen der Gesellschaft noch weiter aufbrechen. Jeder Schüler braucht klare Phasen des Unterrichtens und der Regeneration.“

Der VDR formulierte klare Forderungen für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs: 1. Schaffung entsprechender hygienischer Rahmenbedingungen an den Schulen und Abnahme durch das zuständige Gesundheitsamt, 2. Klärung der Raumsituation an den Schulen, um Mindestabstände der Schüler und maximale Gruppengrößen zu gewährleisten. 3. klare Definition und Benennung der Risikogruppen unter Schülern und Lehrkräften. 4. eindeutige Anordnungen zur Schülerbeförderung und Bereitstellung entsprechender Kapazitäten, 5. Einstufung der Lehrkräfte als systemrelevante Berufsgruppe, um die Kinderbetreuung der eigenen Kinder sicherzustellen und 6. Beibehalten der klaren Ferien- und Schulzeiten als gesellschaftlicher Orientierungsrahmen.

 

zurück
Rechtsprechung

Rechtsprechung