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Fehlender Nachwuchs: „Die Kommunen müssen endlich aufwachen!“

Am 19. Januar 2022 diskutierte dbb jugend Bundesvorsitzende Karoline Herrmann zum Thema „Vakanz im Rathaus – es fehlt kommunaler Nachwuchs“ auf dem Portal NeueStadt.org.

In vielen Kommunen seien die öffentlich Bediensteten bereits heute am Limit – ein Zustand, der durch die Corona-Pandemie nur verschlimmert wurde. „Zuletzt hat die Studie ‚Bleibebarometer‘ gezeigt, dass die Beschäftigten nicht per se mit ihrem Aufgabenfeld unzufrieden sind. Vielmehr wünschen sie sich eine bessere Ausstattung, höhere Flexibilität im Arbeitsalltag sowie mehr Anerkennung und Wertschätzung von Seiten des Arbeitgebers, unter anderem in Form von besserer Bezahlung. Die Kommunen müssen endlich begreifen, dass sie sich mit einer Verschlankung des öffentlichen Dienstes langfristig keinen Gefallen tun. Auch in Zukunft werden wir einen starken Staat brauchen, der die Funktionalität und Stabilität unseres Landes garantiert“, sagte Herrmann in der Diskussion. Unter anderem in den Bereichen Ausstattung und Flexibilität sieht sie, besonders für jüngere Menschen, großen Nachholbedarf. Es müsse in zeitgemäße IT-Ausstattung und technische Infrastruktur investiert werden, welche es dann auch einfacher mache, mobiles Arbeiten als Selbstverständlichkeit zu etablieren. Herrmann rief auch den demografischen Wandel in Erinnerung: „In den nächsten Jahren werden mehr als 900.000 Beschäftigte in den Kommunen ihren Ruhestand antreten. Gleichzeitig dümpeln die Ausbildungszahlen jährlich bei um die fünf Prozent. Viel zu wenig junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung oder einen Berufseinstieg im öffentlichen Dienst. Der Arbeitgeber muss endlich eine Kehrtwende in Gang setzen!“

„Ein großes Problem ist, dass Azubis und Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern keine Perspektive oder Sicherheit geboten wird. Die garantierte Übernahme in unbefristete Arbeitsverhältnisse nach erfolgreichem Abschluss ist längst überfällig. Es ist schlichtweg beschämend, dass man jungen Menschen diese Sicherheit seit Jahren nicht geben möchte. Auch die Bezahlung stellt einen wichtigen Aspekt einer solchen Sicherheit dar: Wer sich in den Dienst des Staates stellt, sollte davon leben können“, ergänzte Isabell Markus, Bundesvorsitzende der komba jugend. Letztendlich sei der öffentliche Dienst gerade im kommunalen Bereich so abwechslungsreich und anspruchsvoll wie kaum ein anderes Arbeitsfeld, und das müsse von den Kommunen so vermittelt werden, dass es auch bei den Arbeitnehmenden ankommt.

 

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