DPhV-Konzept zu Schule in „Corona-Zeiten“

Drei Grundbausteine für den Unterricht

Damit die Politik angepasst an die „Corona-Infektionslage“ in Deutschland flexibel reagieren und alle Schüler schrittweise in den Präsenzunterricht zurückkehren können, hat die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Susanne Lin-Klitzing, am 26. April 2020 ein Konzept mit drei Grundbausteinen für Schule und Unterricht während der Corona-Zeit vorgeschlagen.

Folgende Elemente für Schule und Unterricht in Zeiten von Corona, die bundeslandspezifisch angepasst werden könnten, seien dabei wesentlich: 1. Digitaler Fern- und Präsenzunterricht im wöchentlichen Wechsel mit jeweils der Hälfte der Schülerschaft und allen Lehrkräften. 2. Aufbau eines bundesweiten digitalen Medienportals als „kuratierte Clearingstelle“ für „freie digitale Bildungsmaterialien“ mit zusätzlichen Lizenzen für Schulbücher als Grundlage für die von den Lehrkräften zu erstellenden online-Lehrmaterialien. 3. Aufbau und Unterstützung der digitalen Infrastruktur und bereits vorhandener Medienkonzepte an den Schulen: einheitliche Grundausstattung mit Hardware/Software und Klassensätze von Leihcomputern für alle Schüler. Adäquate Cybersecurity-Maßnahmen und Vor-Ort-Service durch non-profit-Modelle.

Wie vom Deutschen Lehrerverband bereits angeregt, soll eine schrittweise Rückkehr aller Jahrgangsstufen in den Präsenzunterricht im wöchentlichen Wechsel zeitnah ermöglicht werden. In diesem Modell erfolgt in Woche 1 der Unterricht mit der Hälfte der Klasse im herkömmlichen Stundenplan. Alle Unterrichtsfächer werden unterrichtet. In Woche 2 erfolgt der digitale Fernunterricht für diese Schüler. Hat die eine Hälfte der Klasse Präsenzunterricht, hat die andere Hälfte Fernunterricht und umgekehrt. Gesunde Lehrkräfte halten Unterricht in Präsenz; Lehrkräfte, die Risikogruppen angehören, betreuen diese Gruppen im digitalen Fernunterricht zusätzlich.

Der Aufbau eines länderübergreifenden, bundesweiten Medienportals „Sodix“, initiiert durch das BMBF, sei ausdrücklich zu unterstützten. Was bisher fehlte, war eine übergreifende, auch an den Bildungsstandards orientierte Sichtung und Prüfung der im Netz vorhandenen digitalen Bildungsinhalte, ihre zentrale Auffindbarkeit sowie völlige Rechtssicherheit bei ihrer Nutzung durch die Lehrkräfte. Dies muss ein solches Medienportal leisten. Darüber hinaus basiert guter Unterricht auf qualitativ hochwertigen Materialien, die aktuell online nicht frei verfügbar sind, wie z.B. Schulbücher. Hier sollte in „Sodix“ deshalb zusätzlich Geld für den Kauf von digitalen Lizenzen für die Nutzung solcher Materialien für unterrichtliche Zwecke bereitgestellt werden so wie dies die Universitäten längst mit wissenschaftlichen Verlagen praktizieren. Und besonders wichtig: „Sodix“ muss dann eine Dauereinrichtung sein.

Damit alle Schüler die Angebote des digitalen Fernunterrichts in gleicher Weise nutzen können, müssen alle Zugang zu entsprechenden Endgeräten haben. Moderne und gewartete Leihcomputer in ausreichender Anzahl sind daher notwendige Bedingung für den digitalen Fernunterricht. Dies gilt genauso für die digitale Ausstattung von Lehrkräften und Schulen, Fragen der Cybersecurity sowie die Verfügbarkeit und Wartung von online-Lernplattformen. Der Deutsche Philologenverband fordert hier erneut die dauerhafte, verlässliche und auskömmliche Finanzierung der regelmäßigen Erneuerung der Geräte, der Wartung der IT-Infrastruktur an den Schulen durch professionelles Personal sowie der für den digitalen Fernunterricht nötigen online-Infrastruktur.

 

 

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