Einkommensrunde der LänderDoppel-Demo in Sachsen
In Leipzig und Dresden gehen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes für mehr Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße.
Beim Auftakt in Leipzig am 21. Januar 2026 betonte Nannette Seidler, Vorsitzende des Sächsischen Beamtenbunds (SBB): „Wer in den Ländern einen zukunftsfähigen öffentlichen Dienst will, muss auch gut bezahlen. Motivierte Fachkräfte und engagierte Nachwuchskräfte gewinnt man nicht mit Sonntagsreden. Es ist Sache der Länder, ihren Beschäftigten ein Einkommen zu bieten, das mit der Inflation mithalten kann.“ Stattdessen habe die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in den vergangenen zwei Verhandlungsrunden vor allem auf Ablehnung gesetzt. „Wenn die Arbeitgebenden meinen, streiken zu müssen, machen wir das konsequent auch.“ Seidler verstehe, dass die Streiks für die Bürgerinnen und Bürger zu Unannehmlichkeiten führen. „Wir streiken aber nicht gegen die Bürgerinnen und Bürger, sondern gegen die Haltung der TdL“, erklärte Seidler. „Wer unzufrieden mit den Streiks ist, darf gerne bei der TdL nachfragen, warum sie ihren Beschäftigten eine zeitgemäße Bezahlung verweigert.“
Steffen Winkler, Verantwortlicher für Tarifrecht und Beamtenrecht im Sächsischen Lehrerverband (SLV), ergänzte: „Die TdL hat auch in der zweiten Runde kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. In der Schule würden wir sagen: ‚Hausaufgaben nicht gemacht'.“ Das sei ein Schlag ins Gesicht für alle Lehrerinnen und Lehrer, die sich ihr Leben lang für Bildung einsetzen. „Das ist einfach nur respektlos gegenüber den Landesbeschäftigten. Wenn die TdL es mit der vielbeschworenen Wertschätzung ernst meint, muss sie die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.“ Die Beschäftigten fordern unter anderem eine Erhöhung um sieben Prozent, mindestens aber 300 Euro monatlich sowie eine Erhöhung der Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte. Der nächste Warnstreik findet am 23. Januar 2026 in Dresden statt.



