Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Deutsche Bahn: Scharfe Kritik an geplanter Erhöhung der Vorstandsgehälter

„Das ist echt der Gipfel. Unsere Kolleginnen und Kollegen sollen ihre tariflichen Rechte bei der Schichtplanung aufgeben und für lau strammstehen, damit die Züge abgefahren werden können, und gleichzeitig stopft sich der Bahnvorstand die Taschen voll.“

Mit diesen Worten kommentierte der GDL Bundesvorsitzende Claus Weselsky am 4. November 2019 die Medienberichte über eine geplante Gehaltserhöhung für einen Teil des sechsköpfigen Vorstands der Deutschen Bahn (DB) von 400.000 auf 585. 000 Euro im Jahr. „Die freigiebige Vergabe von Beraterverträgen an frühere Führungskräfte ist noch nicht vollständig aufgeklärt, da kommt schon das nächste Scheffeln in die Taschen“, so Weselsky. „Der Vorstand hat nicht nur unerlaubte Beraterverträge abgeschlossen und dabei in den vergangenen Jahren insgesamt 600 Millionen Euro an Steuergeldern ausgegeben, sondern sich auch noch eine teure Beratungsfirma geleistet, die ihm seine Vorstandsgehälter nach oben schrauben will. Diese Raffgier ist unglaublich.“

Nach jahrzehntelangem Fahren auf Verschleiß müsse die Bahn jetzt auf Vordermann gebracht werden. In dieser Zeit verlange der DB-Vorstand besonders viel Engagement von den Mitarbeitern, insbesondere vom Zugpersonal, das oftmals die Wut der Fahrgäste über verspätete oder ausgefallene Züge zu spüren bekommt. „Statt weiter Selbstbedienungsmentalität zu betreiben, sollte die DB die Arbeitsbedingungen und die Wertschätzung für unsere Kolleginnen und Kollegen verbessern“, so Weselsky. Die GDL werde sich mit ganzer Kraft gegen diese „unverschämte Gehaltserhöhung“ einsetzen und dafür sorgen, dass das Zugpersonal besser wegkommt. Das bedeute entsprechend, dass die GDL die Erhöhung im Aufsichtsrat ablehnen werde.

 

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