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Internationaler Tag des Ehrenamtes

Der Kitt unserer Gesellschaft

dbb senioren

Ehrenamtliches Engagement erfüllt eine unverzichtbare gesellschaftliche Aufgabe. Es darf aber nicht als willkommener Ersatz für staatliche Daseinsvorsorge missverstanden werden.

Das hat der Vorsitzende der dbb bundesseniorenvertretung Horst Günther Klitzing zum Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember 2022 in Berlin klargestellt. „Ob große Herausforderungen wie Pandemien, Flüchtlingswellen und Naturkatastrophen oder im Alltag: Ehrenamtliche löschen Brände, engagieren sich gegen Armut und Obdachlosigkeit. Sie trainieren Amateurmannschaften und Nachwuchssportler, proben mit Chören und Orchestern. Ehrenamtliche lesen vor, geben Nachhilfe, unterstützen die Tafeln und engagieren sich in Pflege und Jugendhilfe. Weder Kommunen noch Gemeinden, Parteien oder Gewerkschaften können auf ihre Arbeit verzichten. Ihnen gebührt unser Dank.“ Das Ehrenamt sei eine feste Größe in Deutschland, „es ist der Kitt unserer Gesellschaft“, so Klitzing.

Oft seien es Seniorinnen und Senioren, die sich engagierten. „Sie bringen ihre Lebenserfahrung ein und wissen, dass sie in Organisationen wie zum Beispiel dem dbb direkt Einfluss nehmen und einen Unterschied machen können“, sagte Klitzing. In den vergangenen zehn Jahren sei der Anteil der Ehrenamtlichen insbesondere in der Altersgruppe der über 65-Jährigen gestiegen. Laut aktuellem Freiwilligensurvey des Bundesfamilienministeriums engagierten sich mehr als 31 Prozent von ihnen. Die ältere Generation sei damit eine echte Stütze der Gesellschaft. „Da muss sich die Politik schon fragen lassen, ob sie sich nicht zu sehr auf ‚die Ehrenamtlichen‘ verlässt, die besonders im sozialen Bereich Aufgaben erfüllen, die als Daseinsvorsorge eigentlich in den Verantwortungsbereich des Staates gehören“, gab Klitzing zu bedenken. Diese Problematik korrespondiere direkt mit dem Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst, der konsequent bekämpft werden müsse, denn ohne ehrenamtliches Engagement sei sonst in vielen Bereichen „der Ofen aus“. Nach Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) fehlten Fachkräfte überall dort, wo Menschen eine persönliche Begleitung bräuchten, wie in Schulen, Kinder-, Jugend- oder Altenheimen und in der Suchtberatung.

Hintergrund:
Der Internationale Tag des Ehrenamtes wurde 1985 von der UNO eingeführt und am 5. Dezember 1986 erstmalig begangen. Die Vereinten Nationen verwiesen in ihrem Beschluss auf die herausragende Bedeutung von freiwilliger Arbeit. Der Tag solle all jene ermutigen, die teils unter "beträchtlichen persönlichen Opfern" der Gemeinschaft dienen.

 

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