dbb begrüßt mehr Flexibilität beim Ausstieg aus dem Berufsleben

Die zunehmende Flexibilisierung des Ausstiegs aus dem Berufsleben hat der dbb Bundesvorsitzende Peter Heesen heute in der Deutschlandfunk-Gesprächsrunde „Länderzeit“ begrüßt. „Angesichts der steigenden Lebenserwartung ist es grundsätzlich volkswirtschaftlich sinnvoll, das Ruhestandseintrittsalter heraufzusetzen“, sagte Heesen, der das Thema „Öffentlicher Dienst als Trendsetter? In mehreren Bundesländern können Beamte künftig bis 70 arbeiten“ gemeinsam mit Leni Breymaier (ver.di Baden-Württemberg), Martin Brussig (Universität Duisburg-Essen) und Martin Stadelmaier (Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz) diskutierte.

Modelle, die es Beamtinnen und Beamten wie aktuell etwa in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ermöglichten, bei entsprechender Bereitschaft und dienstlicher Erfordernis und über die gesetzliche Altersgrenze hinaus zu arbeiten und dafür angemessene Anreize zu bekommen, habe der dbb seit Langem gefordert, so der dbb Chef. Allerdings warnte Heesen mit Blick auf die demografische Entwicklung und die zunehmenden Schwierigkeiten, geeigneten Nachwuchs für den öffentlichen Dienst zu gewinnen, davor, in einer generellen Heraufsetzung der Altersgrenze die Lösung zu suchen. „Das wäre nur eine Scheinlösung. Wir müssen uns davor hüten, eine Zwangsregelung zu schaffen“, die die Nachwuchsgewinnung sträflich vernachlässigen würde. Zudem sei eine Verlängerung des Berufslebens in all jenen Bereichen nicht sinnvoll, in denen in großem Umfang Stellen abgebaut werden sollen – als Beispiel nannte der dbb Bundesvorsitzende die Bundeswehr.

„Ausschlaggebend für eine gelungene Altersstruktur ist grundsätzlich die Motivation der Mitarbeiter“, betonte Heesen. Sowohl die Motivation, in den Beruf einzusteigen als auch die Motivation, länger zu arbeiten, hänge entscheidend von der Zufriedenheit der Beschäftigten ab. „Da ist Führungsqualität gefragt“, unterstrich der dbb Chef und kritisierte, dass es in diesem Punkt vor allem im öffentlichen Dienst erhebliche Defizite gebe, da häufig die fachliche Qualifikation ausschlaggebend für die Beförderung auf Positionen mit Personalverantwortung sei, nicht aber die ebenso wichtige Sozialkompetenz. „Letztere ist aber ganz erheblich wichtig für die Motivation der Belegschaft“, so Heesen.

 

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