dbb Bildungsgewerkschaften

Corona-Pandemie: Schutzmaßnahmen an Schulen im Fokus

Bund und Länder haben beschlossen, die Schutzmaßnahmen vor der Corona-Pandemie nach und nach zu lockern. Für das entsprechende Vorgehen an den Schulen fordern die dbb Bildungsgewerkschaften am 16. Februar 2022 einen klaren Fahrplan.

Bei allen Lockerungen müsse man stets in Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler denken und handeln, betonte Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Realschullehrerverbandes (VDR) und dbb Vize. „Überstürzte Abschaffungen aller Schutzmaßnahmen sind ebenso fehl am Platz wie deren unnötiges Verlängern oder Verschärfen“, so der VDR Chef. „Entscheidend muss in der jetzigen Phase sein, dass durch eine Erhöhung der Impfquote in der gesamten Bevölkerung endlich Verantwortung gerade gegenüber der jungen Generation, den Schülerinnen und Schülern, übernommen wird. Dann kann es gelingen, langsam zur Normalität zurückzukehren.“

Die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverband (DPhV) Susanne Lin-Klitzing sagte: „Wir alle freuen uns, wenn die Inzidenzen endlich sinken und mehr Normalität möglich wird. Was für die Gesellschaft gilt, muss aber auch für unsere Schulen gelten.“ Von den Kultusministerinnen und -ministern der Länder fordere der DPhV Regeln für Lockerungen an den Schulen, die trotzdem sicheren Unterricht für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gewährleisten. Dafür sei ein Stufenplan mit klaren Kriterien erforderlich, in dem verbindlich festgelegt werden soll, dass und wie häufig auch zukünftig getestet und wie mit der Maskenpflicht in den unterschiedlichen Jahrgangsstufen umgegangen werden soll.

„Wenn wir uns die Entscheidungen aus der Bund-Länder-Runde anschauen, ist nicht erkennbar, dass die möglichen Auswirkungen der Lockerungen auf das Infektionsgeschehen in den Schulen und Kitas ausreichend in den Blick genommen wurden“, kritisierte der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Udo Beckmann. „Ich hoffe, die Länder machen sich bei der Umsetzung der heutigen Entscheidungen zumindest den Appell der Bundesbildungsministerin zu eigen, die bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen nicht zu schnell aufzugeben. Was derzeit an Präsenzunterricht stattfindet, darf nicht aufs Spiel gesetzt werden. Fakt ist, das Infektionsgeschehen in den Schulen ist um ein Vielfaches höher als in der übrigen Gesellschaft!“

 

zurück
Rechtsprechung

Rechtsprechung