Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)

Böhm: „Einheitsschulen sind keine Lösung“

Der VDR Bundesvorsitzende und dbb Vize Jürgen Böhm hat sich am 17. September 2021 klar gegen Einheitsschulen in Deutschland ausgesprochen.

„Wer die Schulformen und Schulwege, die zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen, als ‚niedrig‘ oder ‚unten‘ diskreditiert, der vertritt einfach einen falschen Ansatz, interpretiert Daten bewusst falsch und hat die Herausforderungen an Bildung nicht erkannt", so Böhm. Wenn man sich Länder wie Spanien, Italien oder Frankreich mit zentral organisierten Einheitsschulsystemen ansehe, dann stelle man fest, dass die Schulabbrecherquoten und auch die Jugendarbeitslosigkeit wesentlich höher als in Deutschland lägen. „Fakt ist, dass solche Schulsysteme nichts zur Verbesserung der Bildungsqualität beitragen.“

Ganz abgesehen davon gäbe es in diesen Ländern einen völlig unterentwickelten Sektor der beruflichen Bildung, weshalb die Jugendlichen fälschlicherweise in Richtung akademischer Abschlüsse gelenkt und oft zum Scheitern verurteilt würden. Wichtig seien daher gleichberechtigte Wege mit individueller Förderung, klaren Bildungsinhalten und Profilen, die auf das reale Leben vorbereiten – eben ein Nebeneinander von differenzierten Schularten. Wer dagegen für alle jungen Menschen nur einen Bildungsweg einfordere und dabei mit Etiketten und Quoten ohne Leistung hantiere, gebe individuellen Bildungsbiographien und differenzierter Förderung keinen Raum. „Kein Bildungsweg beziehungsweise keine Schulart ist besser oder schlechter – gerade die Durchlässigkeit zwischen den Schularten zeigt die vielfältigen Chancen für junge Menschen“, betont der VDR-Vorsitzende.

 

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