• Sandra Kothe und Matthias Schmidt

Politikergespräch der dbb jugend mit Matthias Schmidt

Auf ewig in der Probezeit?

Am 1. Juli 2016 traf sich die Vorsitzende der dbb jugend Sandra Kothe mit dem Mitglied des Bundestagsinnenausschusses Matthias Schmidt (SPD), um über die Befristungspraxis im öffentlichen Dienst und gewalttätige Übergriffe gegen Beschäftigte zu diskutieren.

„Die Befristungsrate im öffentlichen Dienst liegt über der in der Privatwirtschaft und ist bei den 18- bis 24-Jährigen am höchsten“, stellte Kothe fest. „Dabei geht es uns als dbb jugend vor allem darum, die im Teilzeit- und Befristungsgesetz geregelte ‚sachgrundlose Befristung‘ abzuschaffen. Denn oftmals geht es nach der erfolgreichen Ausbildung direkt in die erste Befristung, quasi als ‚verlängerte Probezeit‘. Dabei gibt es die normale Probezeit ja auch noch.“

Das sah Matthias Schmidt ebenso, verwies aber darauf, dass es in der Koalition derzeit keine Mehrheit für eine Gesetzesänderung gebe. Kothe machte deutlich, dass die jungen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen es oft nicht wagten, sich gewerkschaftspolitisch und auf Betriebsratsebene zu engagieren, um sich die Chancen auf eine unbefristete Einstellung nicht zu verderben. „Aber gerade junge Menschen müssen im Sinne der Generationengerechtigkeit die Chance haben, ihre Belange in die Gesellschaft einzubringen – sie werden am längsten von heutigen politischen Entscheidungen betroffen sein.“

Mit Blick auf die Problematik wachsender Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes lud Kothe Schmidt zur Wertschätzungskonferenz der dbb jugend am 29. August 2016 ins dbb forum berlin ein. Die Konferenz soll das Gewaltproblem auf die politische Agenda bringen und ein Bewusstsein für Folgen und Ursachen dieser Übergriffe schaffen. Sandra Kothe: „Viele Beschäftigte haben sich inzwischen zwangsläufig ein so ‚dickes Fell‘ zugelegt, dass sie verbale Attacken oftmals nicht als grenzüberschreitend wahrnehmen. Es ist aber wichtig, bereits am Anfang eines Konflikts entgegenzusteuern, damit die Gewalt nicht eskaliert. Wie das gelingen kann, wollen wir auf der Werkschätzungskonferenz herausfinden.“

 

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