AMEOS Klinika Hildesheim und Osnabrück: Arbeitgeber hat Angebot zurückgezogen

Die Tarifverhandlungen mit AMEOS für die Klinika in Hildesheim und Osnabrück sind am 17. März 2016 im kleinen Kreis fortgesetzt worden. Die Arbeitgeberseite hat ihren Vorschlag für eine neue Entgeltordnung inklusive Entgelttabelle für alle zukünftig bei AMEOS beschäftigten Kolleginnen und Kollegen um den Bereich der Pflege erweitert. Die Tabellenwerte lagen schon bei den Einstiegsgehältern teilweise mehr als 200 Euro unter TVöD-Niveau. Für alle Bestandsbeschäftigten sollte umfangreicher Besitzstand gewährt werden. Nachdem die Gewerkschaften erklärt haben, dass der Weg mit dieser neuen Tabelle nicht weiter beschritten werden kann, hat AMEOS alle Angebote und Zwischenstände zurückgezogen.

Bisherige Arbeitgebervorstellungen

AMEOS hat von Beginn an erklärt, dass eine Einigung nur im Gesamtpaket erfolgen kann. Für Bestands- und Neubeschäftigte soll danach ein Manteltarifvertrag gelten, der „nah“ am TVöD ist. Für die Bestandsbeschäftigten in Hildesheim und Osnabrück soll nach diesem Paket – nicht näher definiert – Besitzstand gewährt werden, allerdings ohne Anpassung an künftige Tarifentwicklungen. Der Betrag für die leistungsorientierte Bezahlung soll in einen von Arbeitgeberseite und Betriebsrat verwalteten Qualifizierungsfonds eingezahlt werden. Die Jahressonderzahlung soll durch zwölf geteilt und auf die Monatsentgelte geschlagen werden. Neubeschäftigte sollen keine Jahressonderzahlung mehr erhalten. Leiharbeitnehmer sollen innerhalb von zwei Jahren übernommen werden. Die Betriebsrente bei der VBL soll für alle Beschäftigten gelten.

Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen soll nur so lange gewährt werden, wie die Beschäftigten auf lineare Entgelterhöhungen verzichten. Die Tabellenwerte für Neueingestellte sollen um über 200 Euro abgesenkt werden. Ein Stufenaufstieg ist nicht mehr vorgesehen.

Dieser Weg kann so nicht beschritten werden!

Die Gewerkschaften haben erklärt, dass sie bei ihren Forderungen bleiben. "Die vorgeschlagene Entgelttabelle kann so nicht vereinbart werden. Wir fordern weiterhin das Wiederinkraftsetzen des Haustarifvertrags, inklusive dynamischer Übernahme der TVöD-Erhöhungen. Dies beinhaltet auch die Tarifverträge für Azubis (TVAöD). Der Ausschluss für betriebsbedingte Kündigungen muss für zehn weitere Jahre geregelt werden. Leiharbeit und Werkverträge müssen begrenzt werden", hierß es aus Verhandlungskreisen.

AMEOS hat daraufhin alle bisher gemachten Angebote zurückgezogen. Damit gibt es keinen aktuellen Einigungsstand. Bis zum nächsten Termin am 1. April 2016 wollen beide Seiten darüber nachdenken, wie es weitergehen kann.

Hintergrund

AMEOS hatte die Überleitungstarifverträge, die bei der Privatisierung der ehe-maligen Landeskrankenhäuser ausgehandelt worden sind, gekündigt. Aus diesem Grund haben die Gewerkschaften mit der Arbeitgeberseite verhandelt. Nach schwierigen Verhandlungen und mehreren Streiks wurde zunächst ver-einbart, die Überleitungstarifverträge als Haustarifverträge weiterzuführen. Da-mit konnten auch die Entgelterhöhungen des TVöD – allerdings mit zeitlicher Verzögerung – für die AMEOS-Beschäftigten wenigstens vorübergehend gerettet werden. Diese Haustarifverträge sind nun gekündigt.

 

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