Einkommensrunde für den öffentlichen DienstÜber 16.000 demonstrieren in Düsseldorf – Geyer mahnt Länder: „Der Countdown läuft!“
Über 16.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben in Düsseldorf für höhere Einkommen demonstriert. Der dbb-Chef warnt die Länder eindringlich vor weiteren Blockaden.
„Zu viel Taktiererei und zu wenig politischer Wille“, lautet der Vorwurf des dbb-Bundesvorsitzenden Volker Geyer bei der Großdemonstration in Düsseldorf am 10. Februar 2026 in Richtung an die Adresse der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). „Unser Land steht vor drängenden Herausforderungen, die größer kaum sein könnten. Innen- und außenpolitisch ebenso wie wirtschafts- und sozialpolitisch. Aber egal, welchen dieser Teilbereiche wir betrachten: Nur mit einem starken und gut ausgestatteten öffentlichen Dienst werden wir diese Herausforderungen meistern können. Anstatt symbolische Schlachten über ‚Lifestyleteilzeit‘ oder Verbeamtungen zu führen, muss die Politik endlich die Gegenwart gestalten. Das muss sich endlich auch die TdL klar machen. Noch immer führt man dort die Tarifverhandlungen so, als sei das Ganze ein Gesellschaftsspiel, bei dem der verliert, der sich zuerst bewegt.“ Deshalb stand am Ende seiner Rede vor dem Düsseldorfer Landtag der klare Appell des dbb Chefs: „Morgen wird in Potsdam wieder verhandelt. Dann sollte es direkt konkret und ergebnisorientiert sein. Mit anderen Worten: Wir brauchen ein echtes Angebot, um bis Freitag zu einem Kompromiss zu kommen. Der Countdown läuft!“
Roland Staude, 1. Vorsitzender des DBB NRW, machte bereits bei der Auftaktkundgebung vorm dem NRW-Finanzministerium den Ernst der Lage deutlich: „Ohne konkurrenzfähige Bezahlung verlieren wir die Menschen, die unser Gemeinwesen am Laufen halten. Gute Arbeitsbedingungen sind kein Luxus. Sie sind elementare Voraussetzung für funktionierende Sicherheit und Infrastruktur, Schulen, Kliniken, Finanz- und Justizverwaltungen. Hier steht die TdL in der Verantwortung. Öffentliche Daseinsvorsorge gibt es nicht mit Beschäftigten am Limit, sondern nur mit einer hohen Motivation durch Respekt und gute Entlohnung. Die heutige Demonstration ist ein Signal an die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben eindrucksvoll bewiesen, dass da noch ordentlich Druck auf dem Kessel ist.“
Hintergrund:
Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Die letzte Verhandlungsrunde ist für den 11.-13. Februar 2026 vereinbart.



