Selbstverwaltung & Sozialwahl

Selbstverwaltung

Gesetzliche Krankenkassen, gesetzliche Unfallversicherungen und gesetzliche Rentenversicherungen verwalten sich selbst. Die Selbstverwaltungsorgane, bei den Krankenkassen der Verwaltungsrat, bei den Renten- und Unfallversicherungen die Vertreterversammlung, werden je zur Hälfte aus Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeber und Versicherten gebildet. Ausnahmen hiervon gibt es bei einigen Ersatzkassen.

Die Selbstverwaltungsorgane legen in vielen Bereichen das Vorgehen ihres Selbstverwaltungsträgers fest. Beispielsweise legt die Vertreterversammlung in der gesetzlichen Unfallversicherung die Unfallverhütungsvorschriften, die Höhe der Beiträge, die Gefahrentarife und auch den Haushaltsplan fest. Der Verwaltungsrat in der gesetzlichen Krankenversicherung entscheidet, welche Präventions- oder Reha-Maßnahmen gefördert oder übernommen werden, setzt ehrenamtlich besetzte Widerspruchausschüsse ein und stellt den Haushaltsplan fest. In der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidet die Vertreterversammlung unter anderem, welche Reha-Maßnahmen gefördert und übernommen werden, stellt den Haushaltsplan fest und wählt die ehrenamtlichen Versichertenberaterinnen und -berater.

Sozialwahlen

Alle sechs Jahre werden in Deutschland die Selbstverwaltungsorgane der gesetzlichen Krankenkassen, der gesetzlichen Rentenversicherungsträger und der gesetzlichen Unfallversicherungsträger gewählt. Die nächsten Sozialwahlen finden 2023 statt.

Die Sozialwahl soll den Versicherten und Arbeitgebern die Mitbestimmung über die Arbeit der Sozialversicherungsträger ermöglichen.

Es gibt zwei Verfahren, nach denen die Vertreter bestimmt werden. Bei den Wahlen mit Wahlhandlung, den so genannten „Urwahlen", werden die Versicherten zur Wahl aufgerufen. Bei den Wahlen ohne Wahlhandlung, den so genannten „Friedenswahlen“, werden von den beteiligten Organisationen/Verbänden nur so viele Kandidatinnen und Kandidaten vorgeschlagen, wie Sitze vorhanden sind.

Wahlberechtigt sind die Mitglieder der Sozialversicherungen, bei denen es Wahlhandlungen gibt. Bei den Krankenkassen wählen die Mitglieder, die Beiträge zahlen. Familienversicherte wählen nicht.

Der dbb nimmt an den Sozialwahlen teil und entsendet seine Mitglieder in Verwaltungsräte und Vertreterversammlungen.

Versichertenberater

„Die meisten Menschen finden den Weg zu mir, wenn es um den Rentenantrag geht oder schon vorher zur Kontenklärung, Fragen zur Rehabilitation und sonstigen tangierenden Sozialleistungen und Ansprüchen. Ich verstehe mich als Bindeglied der Versicherten zu den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Rentenversicherung.“

 

Werner Echle
aus Wolfach/Schwarzwald, Jahrgang 1944, ist seit 1974 als Versichertenberater tätig.

Versichertenberater

Versichertenberater

„Meine täglichen Aufgaben bestehen darin, alle Versicherten in Fragen der Kontenklärung, Kindererziehungszeiten, bei Reha-Anträgen oder Anträgen auf Alters- und Hinterbliebenenrente/Waisenrente zu beraten, die dazu erforderlichen Anträge aufzunehmen und an die Sozialversicherungsträger weiterzuleiten. Als Mitglied eines Widerspruchsausschusses der DRV Bund habe ich zudem Einfluss, dass Entscheidungen zum Wohl der Versicherten getroffen werden. Es ist mir eine sehr große Freude, Menschen helfen zu dürfen. Dieses Ehrenamt, das ich mit Leib und Seele ausübe, gibt mir die Möglichkeit, dass die Versicherten mein Büro mit einem Lächeln verlassen.“

 

Horst Schmidt
aus Wuppertal, Jahrgang 1946, ist seit November 1992 Versichertenberater bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund. Seit Dezember 2010 ist er Mitglied eines Widerspruchsausschusses der DRV Bund

Versichertenberater

Versichertenvertreter

„Als Versichertenvertreter in der Vertreterversammlung der VBG habe ich die Möglichkeit, auch auf den Unfallschutz der Beschäftigten Einfluss zu nehmen und diesen verantwortlich zu gestalten. Ferner ist es mir ein besonderes Anliegen, auch die Interessen der Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft im höchsten Selbstverwaltungsorgan zu vertreten.“

 

Uwe Beckmann
aus Herten, Jahrgang 1960, ist seit 2011 Versichertenvertreter in der Vertreterversammlung der  Verwaltungsberufsgenossenschaft  (VBG)

Versichertenvertreter

Versichertenberater

„Ich möchte im Rahmen meiner Möglichkeiten Einfluss nehmen und dies nicht anderen überlassen. Im Widerspruchsausschuss arbeite ich mit, weil ich den Versicherten zu ihrem Recht auf Renten in jeglicher Form und zum Beispiel auch bei Rehabilitationsmaßnahmen verhelfen will. Hier sieht und erlebt man die Probleme und Nöte der Versicherten hautnah. Hier kann man den Versicherten, sofern rechtlich möglich, noch direkt helfen.“

 

Lutz Köhler
aus Zöberitz/Sachsen, Jahrgang 1950, ist seit mehr als zehn Jahren Versichertenberater bei der Rentenversicherung Mitteldeutschland.

Versichertenberater

Versichertenvertreterin

„Grund für meine Kandidatur als Listenführerin der GdS war die Herausforderung, das Unterschriftenquorum von 1000 Unterschriften zu erfüllen und meiner Fachgewerkschaft GdS und damit dem dbb den Weg für die Mitarbeit in der Selbstverwaltung der AOK Niedersachsen zu öffnen. Inzwischen bin ich mit einem Kollegen aus dem Ehrenamt ständiges Mitglied im Verwaltungsrat. Damit sind wir gut aufgestellt und möchten unsere Fachkompetenz einbringen. Es macht Spaß, sich sowohl für die Anliegen der Versicherten als auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AOK Niedersachsen zu engagieren.

 

Marlis von Saß-Ihnken
aus Wiefelstede/Niedersachsen, Jahrgang 1959, ist im Verwaltungsrat der AOK Niedersachsen Versichertenvertreterin

Versichertenvertreterin

Versichertenvertreter

„Der Grund für meine Kandidatur bei der Selbstverwaltung ist es die Interessen vorwiegend der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wahrzunehmen und durch meine Tätigkeit im Hauptpersonalrat und der Gewerkschaft das Thema Selbstverwaltung für die Menschen in den Dienststellen  greifbar zu machen. Ich bin dort in der Vertreterversammlung als Mitglied im Satzungs- und Gefahrtarifausschuss tätig, welcher sich mit wichtigen Grundsätzen der  Aufgaben der Unfallversicherung Bund und Bahn befasst. Für mich ist wichtig das die Menschen die Unfallversicherung Bund und Bahn als „Ihre“ Versicherung wahrnehmen die sich um Prävention am Arbeitsplatz kümmert und im Falle eines Arbeits- oder Wegeunfall den Versicherten zur Seite steht.“

 

Thomas Zeth
aus Pleinfeld, Jahrgang 1970, ist seit 2011 Versichertenvertreter bei der Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB)

Versichertenvertreter