Personal im öffentlichen Dienst

Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst lag zum Stichtag 30. Juni 2015 bei etwa 4,6 Millionen. Umfangreiche Statistiken zum Personal im öffentlichen Dienst finden Sie in der dbb Publikationsreihe Zahlen Daten Fakten.

 

Personalrückgang

Nach der Wiedervereinigung ist der Personalbestand im öffentlichen Dienst über viele Jahre deutlich gesunken. Im Jahr 1991 waren dort noch rund 6,7 Millionen Personen beschäftigt. Ungefähr die Hälfte des Personalabbaus seit dem ist auf die Privatisierung von Bundesbahn und Bundespost zurückzuführen. Aber auch die Beschäftigungsentwicklung bei Bund, Ländern und Gemeinden war in dieser Zeit kontinuierlich und in erheblichem Umfang rückläufig. Der massive Personalrückgang resultierte nicht zuletzt aus dem Zwang, die Personalausstattung der neuen Bundesländer und der dortigen Kommunen an die Verhältnisse im früheren Bundesgebiet anzupassen. Die Folgen dieses Personalabbaus sind bis heute spürbar, da mit den Beschäftigten beispielsweise viel Wissen verloren gegangen ist, dass mangels Nachwuchskräften nicht weitergegeben werden konnte.

 

Aufgabenbereiche

Der größte Anteil des Personals arbeitete 2015 im Bereich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (einschließlich der (Bundes-)Polizei und des Rechtsschutzes) mit 944.000 Beschäftigten. Weitere größere Aufgabenbereiche waren die Soziale Sicherung mit 776.000 und die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen mit 938.000 Beschäftigten. Bei der politischen Führung und zentralen Verwaltung arbeiteten 470.000 Beschäftigte.

 

Altersstruktur

Die Personaleinsparungen in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes in der Vergangenheit führten dazu, dass frei werdende Stellen großteils nicht mehr nachbesetzt wurden und werden. Dies hat auch die Altersstruktur des Personals im öffentlichen Dienst beeinflusst. Wenn weniger junge Beschäftigte zum Personalbestand hinzukommen oder neue Einstellungskohorten kleiner werden, verschiebt sich die Altersstruktur der Beschäftigten hin zu höheren Altersklassen. Insgesamt ist im öffentlichen Dienst über die vergangenen Jahre hinweg ein Anstieg des Durchschnittsalters zu beobachten. 2015 waren rund 57 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst älter als 45 Jahre. Diese Überalterung wird sich durch den demographischen Wandel weiter verschärfen.

 

Frauenanteil

Die Frauenquote im öffentlichen Dienst ist seit 1991 von 47 Prozent auf 56 Prozent in 2015 angestiegen. Der Frauenanteil ist von Aufgabenbereich zu Aufgabenbereich allerdings sehr unterschiedlich. Weibliche Beschäftigten stellen mit über 84 Prozent zudem die deutliche Mehrheit unter den Teilzeitbeschäftigten im öffentlichen Dienst.

 

Qualifikation

Beamte und Beamtinnen sind nach dem für sie geltenden Laufbahnrecht je nach formaler Qualifikation in die Laufbahngruppen höherer, gehobener, mittlerer sowie einfacher Dienst eingeteilt. Nach dem im Beamtenrecht verankerten Laufbahngruppenprinzip wird für eine Tätigkeit im höheren Dienst in der Regel als Eingangsvoraussetzung ein Hochschulabschluss gefordert. Für den gehobenen Dienst ist ein zum Hochschulstudium berechtigender Schulabschluss erforderlich, für den mittleren Dienst ein Realschul- und für den einfachen Dienst ein Hauptschulabschluss. Im gehobenen Dienst ist meist Personal mit einem abgeschlossenen Fachhochschulstudium beschäftigt. Im mittleren Dienst ist in der Regel Personal mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und im einfachen Dienst angelerntes Personal tätig.

 

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