Ganztagsschule

Der dbb ist der Auffassung, dass mehr Ganztagsangebote für die Bildung und für die Erziehung förderlich sind.

 

Der dbb weist aber darauf hin, dass in der öffentlichen Diskussion zwischen familien- und sozialpolitisch wünschenswerten Angeboten einerseits und bildungspolitisch sinnvollen Angeboten andererseits zu differenzieren ist. Ganztagsangebote, die den Betreuungsfaktor in den Mittelpunkt stellen, sind ein familienpolitisch sinnvolles Angebot, sie haben aber im Kern keine Qualitätssteigerung von Schulen zur Folge. Bildungspolitische Probleme, wie sie sich in den Ergebnissen der PISA-Studie dokumentieren, bedürfen einer ganztägigen Bildungsarbeit, die nur eine Ganztagsschule, nicht aber eine Ganztagsbetreuung, bieten kann.

 

Der dbb spricht sich in diesem Sinne für Ganztagsschulen als bedarfsgerechtes Angebot aus. Der dbb betont, dass die Konzeption der Ganztagsschule nur dann einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Unterrichtsqualität an den Schulen darstellt, wenn sie über reine Betreuungsangebote am Nachmittag hinaus geht und zusätzliche Förder- und Bildungsmöglichkeiten anbietet. Der dbb tritt dafür ein, dass für Ganztagsschulen pädagogisch-didaktische Konzepte und Qualitätsstandards festgelegt werden. Der dbb setzt sich darüber hinaus dafür ein, dass die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Schulen auch personell, räumlich und sachlich diejenige Ausstattung erhalten, die sie benötigen, um diesem bildungspolitischen Anspruch genügen zu können.

 

Die Kooperation von Schul- und Sozialpädagogik muss an jeder Schule – insbesondere an jeder Ganztagsschule – fest etabliert werden und ein sichereres Fundament erhalten.

 

Die Beendigung der Hilfe des Bundes bei der Finanzierung der Ganztagsschulangebote muss durch entsprechende Programme der Bundesländer ersetzt und aufgefangen werden.

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