dbb Podcast „DienstTag“ – Folge 32: Der Flugwetterberater„Gewitterlagen versauen uns den guten Ruf“

Auch wenn selten von ihnen die Rede ist: Jörg Meinhold und seine Kolleginnen und Kollegen vom Deutschen Wetterdienst sind entscheidend für die Sicherheit im Luftverkehr. Warum, erklärt er in der aktuellen Folge des dbb Podcast.

Politik & Positionen

Egal ob kommerzielle Fluggesellschaften, Privatpiloten oder Polizei- und Rettungsflieger, ohne die staatlich kontrollierte Flugwetterinfo vom Deutschen Wetterdienst (DWD) darf hierzulande niemand abheben. Die 80 Flugwetterberater liefern rund um die Uhr Groß- und Luftraumwetterlagen auf Grundlage der Modellberechnungen aus dem DWD-Großrechner in Offenbach. „Für die Interpretation der Zahlen und Vorhersagen zum Beratungsgebiet kommt es dann auf den Menschen an, auf Erfahrung und Intuition. Man braucht mindestens eineinhalb Jahre, um mögliche Wetterwechsel halbwegs sicher prognostizieren zu können“, erzählt Jörg Meinhold in DienstTag – Menschen, die Staat machen: „Wir haben zwar eine Trefferquote von über 90 Prozent, die häufig unberechenbaren Gewitterlagen versauen uns dann aber immer wieder mal den Ruf.“

Das Luftfrachtvolumen in Deutschland ist inzwischen auf fast 5 Millionen Tonnen angewachsen. Insofern ist ein qualitativ hochwertiger und flächendeckend verfügbarer Flugwetterdienst auch wirtschaftlich von wachsender Bedeutung, nicht nur für Fluggesellschaften, Flughäfen und den Tourismus, sondern auch generell für die Stabilität der Lieferketten. Die Ausbildung zum Diplom-Meteorologen dauert, inklusive Lizenzjahr-Lehrgang, mindestens vier Jahre. Umso wichtiger ist die langfristige Personalplanung beim Deutschen Wetterdienst, findet Jörg Meinhold. „In den nächsten Jahren müssen besonders viele Altersabgänge ersetzt werden und das rechtzeitig, weil Erfahrung bei uns eben besonders wichtig ist.“

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