der Hochschule des öffentlichen Dienstes in Kehl Public-Management studiert hat. Sein Fokus: Kommunalpolitik und Personalführung. Nach dem Studium bleibt Joachim der Hochschule zunächst als Leiter der studentischen Abteilung erhalten. Dort setzt er verschiedene Digitalisierungsprojekte um, unter anderem Tools, mit denen Praktikumsberichte digital eingereicht werden und Krankmeldungen digital erfolgen können. 2019 wechselt er nach Helmstadt-Bargen. Seine neue Funktion: Leiter des Haupt- und Bauamts. Es fasziniert ihn, gemeinsam mit Architekten Gebäude zu planen, Verkehrskonzepte zu erarbeiten und sich über die Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden Gedanken zu machen. Und auf der Klausurtagung des Gemeinderats erarbeitet er federführend die Themen, die in den kommenden zehn Jahren in der Gemeinde eine Rolle spielen sollen. Wahlkampf kostet enorm viel Kraft Nach und nach reift das Vorhaben, selbst für das Bürgermeisteramt zu kandidieren: „Ich wollte die Themen umsetzen, an deren Planung ich beteiligt war“, erzählt Joachim. Als sein Chef entscheidet, in den Ruhestand zu gehen und nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren, wirft Joachim seinen Hut in den Ring. Obwohl er CDU-Mitglied ist, tritt er als parteiloser Kandidat an. Der Grund? „Zum einen geht es im Kommunalen immer um Sachthemen, da spielt die Parteizugehörigkeit eine untergeordnete Rolle. Und zum anderen wollte ich nicht, dass die Leute mich in eine bestimmte ideologische Schublade stecken.“ Der Skiurlaub und viele private Termine entfallen, parallel muss der Job im Bauamt weiterlaufen. Joachims Gesicht schaut von Plakaten, er selbst nimmt an diversen Podiumsdiskussionen teil, geht von Tür zu Tür. Eine Frau, die gerade im Vorgarten arbeitet, fordert ihn harsch zum Weitergehen auf, sie werde ihn auf keinen Fall wählen – „der Tonfall hat mich geschockt und erstaunt“. Auf einer Abendveranstaltung trifft Joachim die Frau wieder. Sie spricht ihn an, entschuldigt sich und erklärt, sie habe ihn mit dem Gegenkandidaten von der AfD verwechselt. Am 1. Juni 2025 ist Wahltag. Joachim kann im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit auf sich vereinen. Mehr als 300 Leute gratulieren im Rathaus, die Kollegen von der Bigband spielen. „An dem Abend ist alles von mir abgefallen, das war Erleichterung pur!“ Wandlung zur öffentlichen Person Die ersten Wochen im Amt prägen Vorstellungsrunden, bei den Mitarbeitenden im Rathaus, in der Schule, in der Kita der Gemeinde. Was Joachim am Bürgermeisterdasein überrascht hat? „Definitiv die Zeit, die man für Termine außerhalb der Gemeinde investieren muss“ – es gibt zahlreiche Gremien, die seine Anwesenheit erfordern, unter anderem Sitzungen mit kommunalen FOKUS 23 dbb magazin | Oktober 2026
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