dbb magazin 10/2026

Der Bürgermeister Die Zukunft der Gemeinde gestalten Joachim Weschbach ist Bürgermeister der Gemeinde Helmstadt-Bargen in Baden-Württemberg und macht seinen Job aus Leidenschaft. Den klassischen Feierabend gibt es nicht; es können immer unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Ein Abend im Oktober, Joachim spielt gerade ein Konzert mit seiner Bigband, einige Posaunen-Soli liegen bereits hinter ihm. Plötzlich klingelt sein Smartphone. Ein Mitarbeiter vom Bauhof ist dran. „Kann ich in zehn Minuten zurückrufen?“, fragt Joachim. Die prompte Antwort: „Nein!“ Der Grund: Wegen starken Regens drohen in einem Ortsteil Überschwemmungen. Das Wasser kann an einer Brücke nicht mehr richtig abfließen. Die beiden entscheiden am Telefon, das Wasser mithilfe eines Baggers umzuleiten. Der Plan geht auf. Wenig später macht sich Joachim persönlich ein Bild von der Lage an der Brücke. Er trägt noch die Uniform seiner Bigband, am Kopf eine Stirnlampe. „Ich bin immer im Dienst, geregelte Arbeitszeiten gibt es nicht“, sagt Joachim Weschbach, Bürgermeister der Gemeinde Helmstadt-Bargen, die sich zwischen Heidelberg und Heilbronn befindet. Der 33-Jährige stammt aus dem Nachbarort, die Region kennt er seit seiner Kindheit. So geht es vielen, die das Amt übernehmen. Ortsfremde Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind eher die Ausnahme. „In der Schule war ich Klassensprecher und stellvertretender Schulsprecher, wahrscheinlich stand deshalb im Abibuch, dass ich einmal Bundeskanzler werde“, erinnert sich Joachim und lacht. Das steht allerdings aktuell nicht auf seiner Agenda. Der Lokalpolitiker schätzt den Kontakt mit den Menschen vor Ort und möchte die Zukunft seiner Heimatregion mitgestalten. „Es ist immer schön, wenn man die Ergebnisse der eigenen Arbeit direkt sehen kann“ – egal ob es eine neu gebaute Kita ist, eine sanierte Straße oder die modernisierte LED-Straßenbeleuchtung. Public-Management-Studium in Kehl Grundsätzlich können in Baden-Württemberg alle für das Bürgermeisteramt kandidieren, die mindestens 18 Jahre alt sind. Formal sind keine besonderen Qualifikationen erforderlich. Wer gewählt wird, ist für die nachfolgenden acht Jahre im Amt. Trotzdem sind bestimmte Charaktereigenschaften förderlich, unter anderem Kommunikationsstärke und Interesse für die Menschen und ihre Anliegen. „Ich denke, es ist sehr hilfreich, schon mit der Funktionsweise der Verwaltung vertraut zu sein“, sagt Joachim, der an JOB-PORTRAIT Joachim Weschbach 22 FOKUS dbb magazin | Oktober 2026

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