ONLINE Cybersicherheitsmonitor Die dunklen Ecken des Internets beleuchtet Hinter dem Begriff „Cyberkriminalität“ verbergen sich viele unterschiedliche Delikte. Welche Betrugsmaschen im Netz besonders häufig vorkommen und wie sich Menschen dagegen schützen, zeigt Jahr für Jahr der Cybersicherheitsmonitor. Die Er- gebnisse liefern immer wieder überraschende Erkenntnisse. Der Name „CyMon“ klingt, als würde er aus einem Science-Fiction-Film stammen, er ist aber schlicht die Kurzform für den „Cybersicherheitsmonitor“. Dabei handelt es sich um eine jährliche Befragung durch die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Für die aktuelle Ausgabe wurden zu Beginn des Jahres 2026 insgesamt 3 000 Menschen befragt. Das Ergebnis: 27 Prozent waren bereits mindestens einmal von Cyberkriminalität betroffen, elf Prozent allein in den vergangenen zwölf Monaten. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Anteil um fünf Prozentpunkte gestiegen. Mit deutlichem Abstand am häufigsten war Betrug beim Online-Shopping (22 Prozent). Dahinter folgen der unbefugte Zugriff auf Nutzerkonten (14 Prozent) sowie Betrug beim Online-Banking oder der Missbrauch von Kontodaten (13 Prozent). Die Bandbreite der gemeldeten Straftaten ist groß. Sie reicht vom Diebstahl sensibler Daten über Cybermobbing bis zu Erpressungsversuchen, etwa durch Ransomware. Während die meisten Deliktarten in den vergangenen Jahren auf einem ähnlichen Niveau geblieben sind – mit Betrug beim Online-Shopping dauerhaft auf Platz eins – hat sich die Zahl der gemeldeten Deepfake-Fälle in diesem Jahr verdoppelt. Erstmals wurde zudem nach Betrug im Zusammenhang mit Kryptowährungen gefragt. Das Ergebnis: Jede dritte Anlage erwies sich als Betrugsfall. Ein virtuelles Minenfeld für Anlegerinnen und Anleger. Wie Cyberkriminalität schadet 88 Prozent der Betroffenen gaben an, durch die Tat einen Schaden erlitten zu haben. Mit 33 Prozent war ein finanzieller Verlust die häufigste Folge. Auf Platz zwei folgt der Vertrauensverlust in die betroffenen Online-Dienste. Der durchschnittliche finanzielle Schaden lag bei 2 999 Euro. Der Medianwert – also jener Wert, der genau in der Mitte aller Schadenssummen liegt – betrug dagegen nur 250 Euro. Das deutet darauf hin, dass vor allem niedrige dreistellige Beträge erbeutet werden. Höhere Schadenssummen sind seltener, treiben den Durchschnittswert jedoch deutlich nach oben. Besonders lukrativ war für Cyberkriminelle im vergangenen Jahr der Datendiebstahl: Hier lag der durchschnittliche Schaden bei 6 152 Euro. Die Befragung macht deutlich, wie vielfältig die Folgen von Cyberkriminalität sein können. Neben finanziellen Einbußen berichteten viele Betroffene von Zeitverlust, emotionalen Belastungen, Rufschädigung oder dem Verlust wichtiger Daten. Auffällig ist zudem, dass der Anteil derjenigen, die keinen nennenswerten Schaden erlitten haben, innerhalb von vier Jahren von 20 auf 12 Prozent gesunken ist. Wie sich User schützen – oder eben nicht 90 Prozent der Befragten gaben an, sich im Internet zumindest durch eine Maßnahme zu schützen. Zu den beliebtesten Schutzmechanismen zählen starke Passwörter (46 Prozent), aktuelle Antivirenprogramme sowie die Zwei-Faktor-Authentifizierung 26 FOKUS dbb magazin | Juli/August 2026
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