Wenn Pflege erforderlich ist, können sich die betroffenen Familien zwischen verschiedenen Leistungen entscheiden. Übernimmt ein Angehöriger die Pflege, zahlt die Versicherung ein Pflegegeld. Alternativ besteht die Option, Sachleistungen in Anspruch zu nehmen. Darunter fällt beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst. Auch eine Kombination aus Pflegegeld und Sachleistungen ist möglich. Für pflegende Angehörige berechnet der Staat ein fiktives Entgelt. „Und das ist wiederum für mich die Grundlage, um die Höhe der Beiträge für Arbeitslosen- und Rentenversicherung zu berechnen“, erklärt der Kundenberater. Mit den pflegenden Angehörigen steht er im regelmäßigen Austausch. Ändert sich der Pflegegrad, ändert sich auch die Höhe der Ansprüche. „Mit einigen hat man regelmäßiger Kontakt, irgendwann kennt man sich.“ Da geht es auch schon mal lockerer zu. „Einmal hat mich eine pflegende Angehörige angerufen und gesagt, ihr Mann brauche sofort einen höheren Pflegegrad“ – denn er könne nicht hören, wenn sie ihn zum Essen in die Küche ruft. Was Marc im Job besonders motiviert? „Die Pflege ist nichts, womit die Leute sich gerne auseinandersetzen“, sagt er. Es sei sehr erfüllend, anderen in schwierigen Lebenslagen zu helfen und Orientierung zu bieten. „Die Betroffenen spiegeln einem sofort Dankbarkeit wider. Viele pflegende Angehörige wissen gar nicht, dass sie Anspruch auf Rentenbeiträge haben, und freuen sich, wenn sie davon erfahren.“ Auf den Punkt gebracht habe die Motivation für den Job auch Marcs ehemaliger Teamleiter: „Er sagte, dass wir mit dem Wichtigsten arbeiten, was Menschen besitzen, nämlich mit ihrer Gesundheit. Dieser Satz ist mir nie aus dem Kopf gegangen.“ cdi Welche Voraussetzungen muss ich für die Ausbildung mitbringen, wie lange dauert sie und wo findet sie statt? In der Regel ist ein mittlerer Schulabschluss erforderlich. Vorgesehen sind in den meisten Fällen drei Jahre Ausbildungszeit. Bei einigen Trägern besteht die Option, auf zwei Jahre zu verkürzen. Auf dem Lehrplan stehen vor allem das Sozialversicherungsrecht und seine Fachbereiche, darunter Rente, Krankheit und Pflege. Außerdem setzen sich die Auszubildenden mit Verwaltungsvorgängen und Kundenbetreuung auseinander. Oft sind Praktika im Außendienst vorgesehen. Verdienst und Karrierechancen Viele Träger, darunter die AOK und die IKK, haben eigene Tarifverträge. Absolventinnen und Absolventen der AOK starten in der Regel mit der Entgeltgruppe 6 oder 7, Erfahrungsstufe 1, in den Job. Bei der IKK erfolgt der Einstieg in der Regel mit der Vergütungsgruppe 6, Erfahrungsstufe 2. Kranken-, Pflege- oder Rentenversicherung: Die Einsatzmöglichkeiten in den Sozialversicherungen und ihren Fachabteilungen sind vielfältig. Wer die Karriereleiter emporklettern möchte, kann die Ausbildung zum Krankenkassenfachwirt draufsatteln oder das Studium zum Krankenkassenbetriebswirt. Letzteres ist meist Voraussetzung, um Führungspositionen zu besetzen. Bei Fragen hilft die Jugend der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS) gerne weiter. Weitere Informationen bieten auch, hier exemplarisch, die Karriereportale der Krankenkassen sowie die Bundesagentur für Arbeit. Der Weg in den Job FOKUS 23 dbb magazin | Juli/August 2026
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==