JUGEND Jugendpolitische Gespräche Modernisierung funktioniert nur mit Akzeptanz Die dbb jugend bleibt im Austausch mit der Bundespolitik. Gegenüber Vertretern von Bündnis 90/ Die Grünen hat sich der Vorsitzende der dbb jugend, Matthäus Fandrejewski, für mehr Sachlichkeit in der Reformdebatte starkgemacht. Aus der Sicht der dbb jugend sind die geplanten Sozialreformen nicht nur eine Zumutung für Arbeitnehmende, sondern bieten den extremen Rändern zu viel Gelegenheit, sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Das machte Fandrejewski am 30. April 2026 im Gespräch mit Marcel Emmerich, dem beamtenpolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, deutlich. Wasser auf die Mühlen derer zu gießen, die die Demokratie aktiv bedrohen, könne nicht im Interesse der demokratischen Parteien sein. Der politische Fokus müsse darauf liegen, Institutionen zu stärken, die Schutz gegen extremistische Kräfte bieten. „Der öffentliche Dienst ist der Garant für einen handlungsfähigen Staat und somit für eine starke Demokratie. Dass das Berufsbeamtentum ausgerechnet in einer Zeit angegriffen wird, in der auch die Demokratie stark unter Beschuss steht, ist für mich nicht nachvollziehbar“, betonte Fandrejewski. Aus seiner Sicht sei es wichtig, wirklich alle Fakten in die Debatte einzubeziehen: „Mir fällt zum Beispiel auf, dass bei der Diskussion um Beamtenpensionen gerne die darin enthaltene betriebliche Komponente übersehen wird.“ Auch das Thema Gewalt gegen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sprachen Fandrejewski und Emmerich an: „Die Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist erschreckend. Und noch immer gibt es ein großes Dunkelfeld.“ In der dbb-Umfrage von 2025 hatte die Hälfte der befragten Beschäftigten angegeben, schon einmal bei ihrer Tätigkeit behindert, beschimpft oder tätlich angegriffen worden zu sein – Tendenz steigend. Die dbb jugend fordert deshalb aussagekräftige Erhebungen, die als Grundlage für konkrete Schutzmaßnahmen dienen. „Viele vergessen, dass nicht nur die Polizei, sondern auch Beschäftigte in Schulen, der Arbeitsverwaltung und im kommunalen Bereich Gewalt erfahren. Wir setzen darauf, dass die Grünen bei dem Thema mit uns an einem Strang ziehen.“ Auch im Gespräch mit Moritz Heuberger (MdB, Bündnis 90/Die Grünen) unterstrich Fandrejewski am 4. Mai 2026 die Bedeutung des Berufsbeamtentums: „Beamtinnen und Beamte sind der Verfassung verpflichtet und schützen damit die Demokratie. Es ist wichtig, dafür zu sensibilisieren, dass sie nicht zu neuen Buhmännern werden. Stattdessen müssen ihre Beiträge für die Gesellschaft und die Daseinsvorsorge in der gesellschaftlichen Debatte mehr stattfinden.“ Die dbb jugend setze sich für einen modernen Staat ein, betonte Fandrejewski: „Wir sind für Bürokratieabbau und Digitalisierung. Beides ist für einen funktionierenden öffentlichen Dienst unerlässlich.“ Dabei gelte es, das Personal aktiv in die Modernisierung einzubeziehen. „Digitalisierung setzt sich nicht von allein um. Es sind gut ausgebildete Fachkräfte, die diese Transformation voranbringen. Gleichzeitig müssen diese Veränderungen mit den Beschäftigten geschehen, nicht über ihre Köpfe hinweg. Denn die Beschäftigten sind diejenigen, die später mit den neuen Technologien arbeiten müssen.“ Wer in den öffentlichen Dienst wolle, dürfe nicht über bürokratische Hürden stolpern. „Wir fordern vereinfachte Bewerbungsverfahren bei der Arbeitgebermarke ‚öffentlicher Dienst‘.“ Konkret seien eine zentrale Bewerbungsstelle und kürzere Zeiten bei Bewerbungen nötig, um den Arbeitgeber Staat attraktiver für junge Leute zu machen. Gleichzeitig müsse das Dienstrecht moderner werden: „Es geht nicht mehr nur darum, Karrieren zu fördern, die Personalverantwortung haben. Es geht auch um Fachkarrieren, denn nicht alle möchten Personal führen oder sind dazu geeignet“, erklärte er. Zusätzlich fordert die dbb jugend mehr Durchlässigkeit im Laufbahnrecht. _ Matthäus Fandrejewski mit Marcel Heuberger .... ... und Moritz Emmerich. © dbb (2) INTERN 33 dbb magazin | Juni 2026
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