EUROPA Europäischer Abend Digitales Europa zwischen Abhängigkeit und Souveränität Digitale Souveränität ist eine Machtfrage des 21. Jahrhunderts. Sie entscheidet darüber, ob Europa Daten und Schlüsseltechnologien selbstbestimmt gestalten kann oder ob zentrale Weichen im Silicon Valley und in Shenzhen gestellt werden. Bislang agiert Europa zu zögerlich bei der Gestaltung seiner digitalen Unabhängigkeit. Auf dem 37. Europäischen Abend haben Expertinnen und Experten am 19. Mai 2026 im dbb forum berlin Wege ausgelotet, Europa digital unabhängiger von Übersee zu machen. „Digitale Souveränität ist kein technisches Vorhaben, sondern ein strategisches Staatsprojekt“, sagte dbb-Chef Volker Geyer in seinem Impulsvortrag zur Eröffnung. „Für den öffentlichen Dienst ist digitale Souveränität kein abstraktes Zukunftsthema, sondern eine Grundvoraussetzung staatlicher Handlungsfähigkeit. Ohne europäische Datenhoheit können wir kritische Infrastrukturen nicht schützen. Ohne europäische Cloud-Lösungen bleiben Verwaltungen abhängig von außereuropäischen Anbietern. Ohne europäische Plattformen verlieren wir die Kontrolle über Standards, Schnittstellen und digitale Wertschöpfung. Und ohne eine robuste digitale Infrastruktur können wir weder moderne Dienstleistungen anbieten noch die Sicherheit unserer Daten gewährleisten.“ Dafür seien verlässliche europäische Standards, gemeinwohlorientierte Datenräume, sichere Verwaltungsclouds, digitale Kompetenzen in allen Behörden und eine europäische Infrastruktur notwendig, die nicht von geopolitischen Stürmen abhängig sind. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes seien bereit, diesen Weg zu gehen. Dafür müsse ihm aber politische Priorität, Planungssicherheit und Investitionen auf nationaler und europäischer Ebene Das Panel des Abends: Marco Breit, Dr. Alexander Schellong, Tyson Barker, Anna Lührmann, Johannes Schraps und Moderatorin Katharina Kühn (von links). 28 INTERN dbb magazin | Juni 2026
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