mal tief. Da hat es auch ein Pflaster getan.“ Einsätze wie diese sind für den Rettungsdienst ärgerlich, weil sie in der Summe eine enorme Belastung darstellen und Kräfte binden, die woanders viel dringender gebraucht werden. Den Notruf wähle man, wenn plötzlich starke Schmerzen oder Wesensveränderungen auftreten, allergische Reaktionen drohen oder bei Bewusstlosigkeit, erklärt der Notfallsanitäter. Kurzum: „Die Einsätze müssen einen Sinn haben“ – es müsse gar nicht unbedingt immer die stark blutende Wunde sein. „Wenn ein alter Herr stürzt, selbst nicht aufstehen kann und niemanden hat, der hilft, dann ist der Notruf absolut gerechtfertigt. Was soll er sonst machen?“ Welche skurrilen Einsätze er bisher erlebt hat? „Da gibt es einiges, aber das bleibt im Kollegenkreis“, sagt Tim. Das sei ihm aus Respekt vor den Betroffenen wichtig. Nur so viel: „Manches ist peinlich oder geht tief in die Privatsphäre.“ Eine Anekdote hat er dennoch parat, allerdings von der Feuerwehr: Einmal meldete sich ein besorgter Bürger bei der Leitstelle, weil – so die Information – ein Vogel auffällig lange in einem Baum saß. „Wir haben uns gefragt, was das soll. Vögel machen solche Sachen, Bäume sind ihr natürlicher Lebensraum.“ Während der Anfahrt folgte prompt die Entwarnung der Leitstelle: Der besorgte Bürger habe erneut angerufen und mitgeteilt, dass der Vogel weggeflogen sei. cdi Welche Voraussetzungen muss ich für die Ausbildung mitbringen, wie lange dauert sie und wo findet sie statt? Für die Ausbildung zum Notfallsanitäter beziehungsweise zur Notfallsanitäterin wird in der Regel ein mittlerer Schulabschluss benötigt. Abhängig von Stadt, Gemeinde oder Träger können weitere Kriterien hinzukommen, unter anderem ein Führerschein der Klasse B oder das Mindestalter von 18 Jahren. Ebenfalls ein wichtiger Punkt: kein Eintrag im Führungszeugnis. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter dauert in der Regel drei Jahre. Wer bereits ausgebildeter Rettungssanitäter oder Rettungssanitäterin ist, kann verkürzen. Auf dem Lehrplan steht alles von der Erstversorgung über Krankheitsbilder bis zu biochemischen Prozessen, die im Körper ablaufen. Der theoretische Teil findet in Bildungseinrichtungen statt, manche Städte und Träger betreiben eigene Rettungsdienstakademien. Die praktische Ausbildung umfasst Praktika im Krankenhaus und auf dem Rettungswagen. Verdienst und Karrierechancen Verbeamtete Berufseinsteiger im mittleren Dienst erhalten eine A 7-Besoldung. Beförderungen bis zur Besoldungsgruppe A 9 sind möglich. Tarifbeschäftigte werden in der Regel in die Entgeltgruppe P 8, Stufe 2, eingeordnet (TVöD-P). Hinzu kommen gegebenenfalls Zulagen, beispielsweise für Schichtarbeit. Wer sein Wissen an Auszubildende weitergeben möchte, kann als Praxisanleiterin oder -anleiter arbeiten. Und wer Führungspositionen übernehmen möchte, kann ein Studium draufsatteln, beispielsweise als Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen. Weitere Informationen gibt es in den Informationsportalen von Städten, Gemeinden und freien Trägern sowie bei der Bundesagentur für Arbeit. Der Weg in den Job FOKUS 23 dbb magazin | Juni 2026
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