Start der Tarifverhandlungen

Sozial- und Erziehungsdienst: Berufe endlich aufwerten!

dbb jugend

Die dbb jugend fordert von den kommunalen Arbeitgeber eine echte Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst.

„Bereits heute fehlt in den Kitas und den Einrichtungen der Sozialen Arbeit an allen Ecken und Enden das Personal. Gleichzeitig soll die Quantität und Qualität der Arbeit kontinuierlich ausgebaut werden. Das wird nicht funktionieren! Gerade nach den Erfahrungen während der Corona-Pandemie ist es eher so, dass Kolleginnen Kollegen sich beruflich umorientieren, weil sie sich von der Politik und ihren Arbeitgebenden im Stich gelassen fühlten", sagte dbbj Chefin Karo Herrmann am 24. Februar 2022, einen Tag vor dem Start der Tarifverhandlungen in Potsdam. „Daher fordern wir: Die Leistung der Beschäftigten wertschätzen, die Attraktivität für Nachwuchskräfte steigern!"

Dabei gehe es zwar auch, aber nicht nur um eine bessere finanzielle Aufwertung der Berufe durch eine bessere Eingruppierung. „Neben finanziellen Aspekten spielen auch andere Arbeitsbedingungen eine große Rolle", erklärte Herrmann. „Es braucht sorgfältige Vorbereitung und Organisation um dem Anspruch einer qualitativ hochwertigen frühkindlichen Bildung und Sozialen Arbeit gerecht zu werden. Dafür braucht es aber auch entsprechende Zeitkontingente. Ach die Praxisanleitung von Nachwuchskräften sollte sorgfältig und in Ruhe erfolgen – und natürlich auch entsprechend vergütet werden."

Anne Klotz aus dem Leitungsteam des Jungen DBSH (Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit) ergänzte: „Soziale Arbeit besteht nicht ausschließlich aus Nächstenliebe, sondern muss auch angemessen vergütet werden! Der aktuelle und sich verstärkende Fachkräftemangel ist hausgemacht und seit Jahren absehbar. Wer die Leistung der Fachkräfte nicht wertschätzt, erhält keinen Nachwuchs und sorgt dafür, dass viele Leute aus dem Beruf aussteigen. Das muss sich ändern - und zwar am besten gestern!"

 

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