Es ist richtig, dass Bund und Länder die Staatsmodernisierung inzwischen zur Priorität erklärt haben. Die Beschäftigten nur als Kostenfaktor sehen, ist aber falsch.
„Wir sehen es kritisch, wenn die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern einen starken Fokus auf Einsparungen und Personalabbau legen“, betonte dbb-Chef Volker Geyer am 9. Juni 2026 auf dem Zukunftskongress Staat & Verwaltung in Berlin. Zwar unterstütze der dbb ausdrücklich, dass der Staat leistungsfähiger, digitaler und handlungsfähiger werden müsse. „Aber die Staatsmodernisierung wird nur mit einem modernen und leistungsfähigen öffentlichen Dienst gelingen.“
Denn: „Ein zukunftsfähiger Staat erfordert nicht nur moderne Technologien und den Abbau von überflüssiger Bürokratie. Entscheidend sind die Menschen, die diesen Wandel tragen: Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst.“ Sie seien es, die Gesetze umsetzen, Sicherheit gewährleisten, Bildung ermöglichen, Infrastruktur sichern und damit letztlich das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat festigen.
Pauschale Stelleneinsparungen seien daher das falsche Signal, machte Geyer klar: „Sie schaffen kein Vertrauen, sie zerstören es! Die Kopplung von Modernisierung an harte Sparziele unterminiert zudem Innovation, erhöht den Druck auf die Beschäftigten und mindert Veränderungsakzeptanz.“
Viel zu häufig werden die Beschäftigten im öffentlichen Dienst nur als Kostenfaktoren gesehen. „Das ist grundlegend falsch“, widersprach der dbb-Chef. „Sie sind die wichtigste Ressource des Staates und der Schlüssel für eine zukunftsfähige Verwaltung.“ Wer den Staat modernisieren will, müsse in seine Beschäftigten investieren.