Das Berufsbeamtentum steht unter Beschuss. Dabei sollte die Bedeutung im Fokus stehen, fordert der dbb-Chef.
„Die Debatte über das Berufsbeamtentum wird vollkommen verkürzt geführt“, sagte Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb, am 20. Mai 2026 bei einem Treffen mit Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. „Wir dürfen nicht bloß die Kosten denken, sondern müssen uns auch den Wert vor Augen führen. Den Wert des Berufsbeamtentums für das Funktionieren des Staates. Und den Wert für die Demokratie, die ebenfalls unter Beschuss steht. Beamtinnen und Beamte leisten einen Eid auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung und bilden somit das entscheidende Bollwerk gegen Extremismus. Diese Tatsache kommt mir in der Debatte viel zu kurz.“
Stattdessen werden Vorurteile über Beamtinnen und Beamten geschürt, die tagtäglich ihren Dienst für die Allgemeinheit leisten, kritisiert der dbb-Chef. „Lehrkräfte geben ihr Bestes, um Bildung zu vermitteln, wovon auch die Wirtschaft profitiert. Die Polizei gibt ihr Bestes, um für Sicherheit zu sorgen, ein ganz entscheidendes Grundbedürfnis. Das Finanzamt sorgt dafür, das Geld zur Verfügung steht, um unser Gemeinwesen zu finanzieren. Straßen, Sozialleistungen und vieles mehr. Der Zoll spielt eine entscheidende Rolle bei der Gefahrenabwehr angesichts der Paketflut durch den Onlinehandel. Diese Werte des Berufsbeamtentums sollten in der Debatte einen viel größeren Raum einnehmen.“
Dazu ergänzte Kai Tellkamp, Vorsitzender des dbb schleswsig-holstein: „Wir sollten lieber darüber sprechen, wie die Arbeitsbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen verbessert werden können. Für uns in Schleswig-Holstein bedeutet das ganz konkret: Warum werden beispielsweise Langzeitkonten weiterhin abgelehnt, obwohl dadurch echte Wahlmöglichkeiten für die Beschäftigten und mehr Flexibilität geschaffen werden?“
Mit Blick auf die Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts macht Heini Schmitt, Fachvorstand Beamtenpolitik und stellvertretender Bundesvorsitzender des dbb, erneut deutlich: „Die Gesetzgeber in Bund und Ländern müssen endlich eine amtsangemessene Alimentation sicherstellen. Verwaltung ist immer streng an Recht und Gesetz gebunden und deshalb erwarten die Kolleginnen und Kollegen selbstverständlich auch von ihren Dienstherrn, dass diese Recht und Gesetz achten.“