Eine dbb-Delegation hat in Wien mit der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) über die Staatsmodernisierung gesprochen. Es gibt noch viel zu tun.
Der dbb und die österreichische Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) wollen die gewerkschaftliche Zusammenarbeit ausbauen. „Deutschland und Österreich stehen vor vergleichbaren Herausforderungen, sei es mit Blick auf den Fachkräftemangel oder angespannte Haushaltslagen“, sagte der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer bei einem Treffen in Wien am 10. August 2026. „All das darf nicht zu einer Schwächung des öffentlichen Dienstes führen. Denn handlungsfähige Staaten brauchen starke öffentliche Dienste. Gute Arbeitsbedingungen und verlässliche Alterssicherungen sind dabei unerlässlich.“
Der dbb und die GÖD wollen einen intensiven Erfahrungsaustausch etablieren. Geyer: „Die Herausforderungen enden nicht an nationalen Grenzen. Deshalb müssen auch die Gewerkschaften ihre Zusammenarbeit intensivieren, gemeinsame Positionen frühzeitig abstimmen und mit einer starken Stimme für gute Arbeit und leistungsfähige öffentliche Dienste eintreten.“
Auch die Staatsmodernisierung und der Einsatz Künstlicher Intelligenz waren Gegenstand der Gespräche. „Digitalisierung ist eine staatliche Kernaufgabe und kein Instrument für kurzfristige Personaleinsparungen“, betonte Andreas Hemsing, dbb-Vize und Fachvorstand Tarifpolitik. „Digitale Anwendungen und Künstliche Intelligenz können Beschäftigte entlasten und Verwaltungsleistungen verbessern. Das gelingt aber nur, wenn die Beschäftigten frühzeitig beteiligt und systematisch qualifiziert werden. Digitalisierung gelingt nur im Schulterschluss mit den Beschäftigten!“
Für den Einsatz von KI im öffentlichen Dienst braucht es klare Grundsätze, resümierte Hemsing. „Der öffentliche Dienst arbeitet mit hochsensiblen Daten, etwa im Gesundheitswesen oder beim Finanzamt. Transparenz, Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und die menschliche Verantwortung sind nicht verhandelbar.“