Im Interview mit dem dbb magazin erläutert Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, wie die Sanierung von Autobahnbrücken und Schienenwegen vorankommen soll.
Die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Stelleneinsparungen von acht Prozent bis 2029 seien Teil der notwendigen Haushaltskonsolidierung, betont Bilger in der Novemberausgabe des dbb magazins. Zugleich stellt er klar, dass Aufgabenkritik eine Voraussetzung für den Abbau sei. „Mir ist bewusst, dass kein Mitarbeiter untätig ist, denn die Aufgaben sind über Jahre gewachsen und entsprechend wurde auch Personal aufgestockt.“ Deshalb werde im Detail geprüft, für welche Aufgaben sich der Bedarf verändert habe und welche entfallen könnten, um die Beschäftigten zu entlasten. „Dann ist auch ein Stellenabbau gerechtfertigt.“
Potenzial sieht der Minister insbesondere in Digitalisierung und Automatisierung. Als Beispiel nennt er die Ablösung der bislang händisch ausgewerteten Papier-Anwesenheitslisten im Bundestag durch eine digitale Lösung. In der gesamten Bundesverwaltung werde nach vergleichbaren Vereinfachungen gesucht. Zudem würden unbesetzte Stellen geprüft und unnötige Berichtspflichten abgebaut.
Bei der Modernisierung der Autobahnbrücken verweist Bilger auf die Priorität großer, besonders dringlicher Vorhaben. Diese seien aufwendiger und zeitintensiver, weshalb die modernisierte Brückenfläche aussagekräftiger sei als die reine Zahl fertiggestellter Brücken. In dieser Dekade sollen zunächst rund 4 000 Brücken in einem Kernnetz wichtiger Autobahnkorridore modernisiert werden. Bezogen auf die Fläche sei bis Ende Juni 2026 bereits mehr als ein Drittel des Solls erreicht.
Im Schienenverkehr bekräftigt Bilger das Ziel, die Pünktlichkeit im Fernverkehr bis 2029 auf 70 Prozent zu steigern. Im ersten Halbjahr 2026 habe sie bei rund 50 Prozent gelegen. Die laufenden Sanierungen bedeuteten zunächst zusätzliche Baustellen und Verspätungen, sollen nach ihrem Abschluss aber für Verbesserungen sorgen. Neben der Pünktlichkeit nennt der Minister Sauberkeit, Sicherheit und eine gute Kundenkommunikation als wichtige Voraussetzungen für ein positives Bahnerlebnis.
Für die Korridorsanierungen bei der Bahn räumt Bilger ein, dass die ursprünglichen Vorhaben die verfügbaren Kapazitäten überfordert hätten: „Man hat sich zu viel zu schnell vorgenommen, und weder in der Planung noch in der Bauausführung haben die Kapazitäten ausgereicht.“ Deshalb sei mit der DB InfraGO die Zahl der Korridorsanierungen reduziert und Baufreiheit nach Abschluss einer Sanierung als Ziel festgeschrieben worden. Verbliebene Probleme müssten innerhalb von 100 Tagen behoben werden.