dbb magazin 1-2/2024

INTERVIEW Nancy Faeser, Bundesministerin des Innern und für Heimat Wer Vertreter unseres Staates attackiert, muss die strafrechtlichen Konsequenzen spüren Der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst trifft auch die Bundesverwaltung. Ist der Bund als Arbeitgeber modern und attraktiv genug, um seinen Personalbedarf zu decken? Klar stehen wir mitten im Wettbewerb um die besten Köpfe und konkurrieren mit anderen attraktiven Arbeitgebern. Aber wir haben sehr viel zu bieten. Die Ausgangslage für den öffentlichen Dienst beim Wettbewerb um Nachwuchskräfte ist besser als häufig angenommen. Mit der Einführung vielfältiger Instrumente zur Personalgewinnung und Personalbindung – wie teilweise höher bezahlte Eingangsämter, Personalgewinnungs- und Personalbindungsprämien und die verbesserte Anerkennung von Erfahrungszeiten – machen wir den öffentlichen Dienst für Bewerberinnen und Bewerber attraktiver. Und das Wichtigste bleibt: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, der arbeitet für unser modernes und vielfältiges Land, für unsere Demokratie. Dinge gemeinsam verändern und voranbringen zu können – das ist eine große Motivation. Eine Großbaustelle bleibt die Verwaltungsdigitalisierung. Das Ziel des Onlinezugangsgesetzes (OZG), bis Ende 2022 sämtliche Leistungen der Verwaltung auch digital anzubieten, wurde weit verfehlt. Was macht Sie zuversichtlich, dass das Nachfolgegesetz OZG 2.0 erfolgreicher sein wird? Wir wollen unser Land moderner und digitaler machen – und kommen dabei auch voran. Wir bieten mit dem Online-Ausweis und der BundID sichere Authentifizierungsmöglichkeiten. Viele Verwaltungsleistungen sind flächendeckend online, zum Beispiel das Elterngeld, BAföG, das Bürgergeld oder die Anmeldung zu Integrationskursen. Der Bund hat seine Verpflichtungen aus dem OZG im Wesentlichen erfüllt. Und dennoch bleibt auf allen Ebenen des Staats noch sehr viel zu tun. Mit unserem OZG 2.0 verändern wir vieles weiter. Wichtige Aspekte sind zum Beispiel der Ersatz der alten Schriftform durch digitale Anträge und dass wir die BundID zum bundesweiten Nutzerkonto erklären. Und: Leistungen für Unternehmen müssen in spätestens fünf Jahren komplett und nur noch digital sein. ▶ Nancy Faeser © Henning Schacht „Der Bund hat seine Verpflichtungen aus dem OZG im Wesentlichen erfüllt.“ 16 FOKUS dbb magazin | Januar/Februar 2024

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