dbb magazin 10/2021

blickpunkt Beratungsangebote für Kommunen Mit Klimaschutz gegen die Extreme Der Sommer 2021 konnte es nicht drastischer vor Augen führen: Hitzekup­ peln, Tornados, sintflutartige Regenfälle, Schlammlawinen, Waldbrände. Der Klimawandel hat die Welt im Griff und auch Deutschland längst erreicht. Der Westen der Republik versank im Juli in Hochwassern, in Ostdeutschland mit seinem kontinentalen Klima setzten neben Unwettern Trockenheit und Hitze den Kommunen zu. Was können Städte und Gemeinden tun? Das Problem ernst nehmen, meint Matthias Platzeck, der 1997 als brandenburgischer Umweltminister mit der ver­ heerenden Oderflut und fünf Jahre später, als Ministerpräsi­ dent, mit dem dramatischen Elbe-Hochwasser konfrontiert wurde. Brandenburg hat seit­ dem viel getan, um ein ähnli­ ches Desaster zu vermeiden: Oder und Elbe Raum gegeben, Versiegelungsflächen zurück­ gebaut oder aufgelockert, Dei­ che zurückverlegt, Überlauf­ flächen geschaffen. Doch das alles brauchte Zeit, viel Zeit. Seitdem sind viele Extremwetterlagen mit Hitzesom­ mern, Trocken­ heit, Wald­ bränden und Starkregen über das Land gegangen. Und jetzt ging es schnell: Im März 2021 ver­ einbarten Bundesumweltmi­ nisterin Svenja Schulze und die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände einen Drei- Punkte-Plan zur Anpassung an den Klimawandel, im Juli stand das avisierte Beratungsange­ bot online. „Die Folgen des Klimawan­ dels“, so Schulze in der „Zeit“, „treffen Städte, Landkreise und Gemeinden als Erstes. Das macht die Kommunen zu Schlüsselakteuren bei der An­ passung.“ Doch die Zahl der Beteiligten, Ansprechpartner, Projekte, Empfehlungen, Richt­ linien, Fördermittel, Vergabeverfahren, Umsetzungs­ berater und -hürden ist kaum zu überschau­ en. Hier setzt der Drei-Punk­ te-Plan an: Beratung, Be­ gleitung bei der Umsetzung und Innovationsschübe durch Wettbewerbe. < Wer macht was? Die Lage ist tatsächlich kompli­ ziert, das beginnt schon bei der Suche nach der gemeinten Website. Das angekündigte Zentrum Klimaanpassung (www.zentrum-klimaanpas sung.de ) ist tatsächlich neu aufgesetzt, aber das, was im Drei-Punkte-Plan versprochen wird, bietet niedrigschwellig und benutzerfreundlicher die Website der Nationalen Klima­ schutzinitiative www.klima­ schutz.de : Information aus einer Hand. Abgedeckt wird das ganze Spektrum von Ori­ entierung und Anregung bis Projektierung, Finanzierung und Umsetzung vor Ort. Das Service- und Kompetenzzen­ trum Kommunaler Klimaschutz (SK:KK) berät zu Fördermög­ lichkeiten und -programmen. Der Projektträger Jülich/For­ schungszentrum Jülich (PtJ) hilft zusammen mit dem Bun­ desamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bei Antragstellung und Projektab­ wicklung. (Im Januar 2022 wird die gGmbH ZUG die Projekt­ trägerschaft übernehmen.) Die Umsetzungsberatung im Rahmen der Kommunalrichtli­ nie leistet die Gesellschaft PD – Berater der öffentlichen Hand, Vermittlung und Ver­ netzung organisiert wieder das Service- und Kompetenz­ zentrum Kommunaler Klima­ schutz. Ansprechpartner für konkrete Fragestellungen fin­ den sich schnell und übersicht­ lich: mit Namen, Telefonnum­ mer und E-Mail-Adresse. Man mag es kaum glauben. „Zielge­ naue“ Beratung hatte der Prä­ sident des Deutschen Land­ 18 dbb > dbb magazin | Oktober 2021

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