JUGEND Parlamentarisches Sommerfest Demokratie verteidigen Populismus und Autoritarismus: Wer die Demokratie verteidigen möchte, muss den öffentlichen Dienst und die Zivilgesellschaft stärken. Alle sind gefordert. Die Bedrohung der Gesellschaft durch Extremismus stand im Fokus des Parlamentarischen Sommerfestes der dbb jugend. Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend, stellte in seiner Eröffnungsrede am 10. Juni 2026 in Berlin klar: „Demokratie ist kein Zustand, sondern eine tägliche Aufgabe.“ Dafür stehen die jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, denn Jugendverbände ermöglichen demokratisches Engagement, weil sie die erforderlichen Strukturen bieten. Sie organisieren Beteiligung, sie bündeln Interessen und sie machen aus einzelnen Stimmen eine hörbare Position. „Mit unserer Politikaktionswoche geben wir jungen Menschen jedes Jahr die Chance, den Alltag von Bundestagsabgeordneten hautnah kennenzulernen“, sagte Fandrejewski. Demokratie dürfe nicht abstrakt sein, man müsse sie erleben können. Daniela Ludwig, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern, gratulierte der dbb jugend in ihrem Grußwort zu „70 Jahren Mut, 70 Jahren Zusammenhalt und 70 Jahren Haltung“. Sie erzählte, wie die Schulpflicht der eigenen Kinder ihren Blick auf das Berufsbeamtentum, insbesondere auf verbeamtete Lehrer, geprägt habe. Die Kinder seien, etwa über Social Media, täglich einer Flut von Fake News ausgesetzt. „Mir ist deutlich wohler, wenn einmal am Tag jemand vor denen steht, der ein Demokrat ist und sich dem Grundgesetz verpflichtet sieht.“ Es sei wichtig, dass ein Staat handlungs- und leistungsfähig ist und auch bleibe. „Sie setzen das um, was wir uns im Deutschen Bundestag ausdenken. Und daraus entsteht für die Bürgerinnen und Bürger Vertrauen und auch Verlässlichkeit. Wir brauchen Sie als unsere Staatsdiener. Sie halten für uns den Kopf hin.“ Die CSUAbgeordnete versprach: „Sie kommen gerade erheblich unter Druck. Wir stehen an Ihrer Seite. Vielen Dank für Ihr Tun!“ Veranstaltungen wie das Parlamentarische Sommerfest der dbb jugend zeigen, was die Demokratie stark macht, betonte Saskia Esken (SPD), Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag: „Junge Menschen, die sich einbringen, die Verantwortung übernehmen und die mitgestalten – das ist, was wir in Zeiten brauchen, in denen die Demokratie bedroht ist.“ Die Politikerin beschrieb, welche große Bedeutung dem öffentlichen Dienst zukommt, wenn es darum geht, die Demokratie zu verteidigen. Denn es sind seine Beschäftigten, die dem Staat ein Gesicht geben. „Deshalb finde ich es ganz entscheidend, dass die Beschäftigten einen Spiegel der Gesellschaft darstellen. Die gesamte Gesellschaft muss sich repräsentiert fühlen. So schaffen wir Vertrauen.“ Demokratie lebe nicht bloß von Wahlen, sondern von den Menschen, die sie ausfüllen, sagte Esken. „Sie soll nicht allein im Parlament vor sich hindemokratisieren, sondern Teil des Alltags sein“ – in den Kitas, in den Schulen, in der gesamten Gesellschaft. Als Ausschussvorsitzende stehe sie in engem Kontakt mit jungen Menschen; unter anderem über den Bundesjugendring, dem auch die dbb jugend angehört. „Wir müssen Politik nicht bloß für junge Menschen machen, sondern auch mit jungen Menschen.“ Themen gebe es genug: zum Beispiel mit Blick auf mentale Gesundheit, Teilhabe und Generationengerechtigkeit. Das persönliche Gespräch sei ihr sehr wichtig. „Gute Politik entsteht nicht am Schreibtisch!“ Weiterhin zeigte Esken klare Kante gegen Kürzungen des Programms „Demokratie leben!“, die aktuell zur Debatte stehen. „Diese wird es mit uns nicht geben!“ „Eine starke Demokratie braucht engagierte Menschen im öffentlichen Dienst, ohne sie geht es nicht“, sagte Daria Abramov, Erste stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend. Aber der Staat müsse dafür sorgen, dass sie ihre Aufgaben auch erledigen können. „Aktuell stehen wir ziemlich unter Druck“ – gegen den Fachkräftemangel werde zu wenig getan. In vielen Sparten des öffentlichen Dienstes, vor allem in der Pflege und Gesundheitsversorgung, wachsen die Herausforderungen. Und zugleich würden der öffentliche Dienst und das Berufsbeamtentum immer wieder infrage gestellt. Dabei sei genau das Gegenteil erforderlich. „Man kann nicht immer mehr Leistungen erwarten und gleichzeitig die Rahmenbedingungen vernachlässigen. Gerade deshalb und gerade jetzt braucht es uns!“ cdi Daniela Ludwig (links) und Saskia Esken ließen sich auf dem Sommerfest den frischen Wind der dbb jugend um die Nasen wehen. © Alex Habenicht INTERN 31 dbb magazin | September 2026
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