dbb magazin 6/2026

NACHRICHTEN Alterssicherung Sachlichkeit muss Vorrang haben Die Sicherung der Altersversorgung wird derzeit heiß diskutiert. Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer warb in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, für mehr Sachlichkeit in der Diskussion. Eine der häufigsten Forderungen ist, Beamtinnen und Beamte auch in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) einzahlen zu lassen. Diese Idee wird schnell zum Bumerang werden“, erklärte Geyer Ende April 2026 in Berlin. „Schließlich müssen aus diesen Kassen dann zusätzlich die Renten der Beamtinnen und Beamten finanziert werden. Zusätzlich müssen die Bezüge der Beamtinnen und Beamten um die Beiträge zur Rentenversicherung erhöht werden, die dann auch von den Dienstherren zu zahlen wären. Für den Steuerzahler wird das teurer. Für den Staat wird das teurer. Kurz: Das Ganze ist unbezahlbar. Eine Einbeziehung ist mit uns nicht zu machen.“ Der Austausch mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden sei eine wichtige Etappe in der Diskussion gewesen, so der dbb-Chef. Denn die Vorschläge, Beamtinnen und Beamte in die GRV einzubeziehen, seien in den vergangenen Wochen insbesondere vonseiten der SPD-Spitze gekommen. Berufsbeamtentum garantiert Stabilität „Für viele ist das ein Reizthema, dennoch müssen wir die Diskussion sachlich und ohne verbale Ausfälle führen“, betonte Geyer, der von der Politik eine langfristig stabile Alterssicherung für Arbeitnehmende erwartet. „Statt Gruppen gegeneinander auszuspielen, müssen echte Lösungen in Form einer durchdachten und nachhaltigen Absicherung her. Kurzlebige Strohfeuer zu zünden und sich grobschlächtigen Populismus zu bedienen, bringt uns in der Sache nicht weiter.“ Der dbb-Chef hob den besonderen Stellenwert des Berufsbeamtentums hervor: „Das Berufsbeamtentum steht für Stabilität und Verfassungstreue. Es ist in Zeiten des Arbeitskräftemangels ein Argument für Nachwuchskräfte, sich für den öffentlichen Dienst zu entscheiden. Zudem schwören die Kolleginnen und Kollegen alle einen Eid auf das Grundgesetz und verpflichten sich der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.“ Es liege daher im Interesse des Staates und der Gesellschaft, das Berufsbeamtentum zu schützen. „Angriffe auf das Berufsbeamtentum konterkarieren die täglichen Anstrengungen unserer Kolleginnen und Kollegen, das Land am Laufen zu halten“, machte Geyer deutlich. „Darüber hinaus garantiert das Berufsbeamtentum durch die Streikfreiheit, dass die Daseinsfürsorge ohne Unterbrechung aufrechterhalten werden kann.“ Rente ist mehr als „Basisabsicherung“ Zuvor hatte Geyer bereits die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert, die Rente sei lediglich eine Basisabsicherung. „Die gesetzliche Rente schlechtzureden, bringt niemandem etwas. Ende Juni wird die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission ihren Bericht vorlegen. Auf dieser Grundlage sollte eine sachliche Debatte geführt werden. Klar ist: Alle drei Säulen der Altersvorsorge – gesetzliche Rente, Betriebsrenten und private Vorsorge – müssen gestärkt werden“, sagte Geyer am 22. April 2026. „Die Gesetzliche kann und muss auch in Zukunft mehr sein als eine Basisabsicherung“, so Geyer weiter. „Fakt ist doch: Gerade jetzt in der Energiekrise ist das Geld am Monatsende bei vielen Menschen knapp, da ist für private Rentenvorsorge kaum Luft. Deshalb brauchen wir von der Bundesregierung konkrete Vorschläge, wie die zweite und dritte Säule gestärkt werden können.“ _ © dbb dbb-Vize und Fachvorstand Beamtenpolitik Heini Schmitt, Matthias Miersch (MdB SPD), Volker Geyer und Sebastian Fiedler (MdB SPD) (von links). 4 AKTUELL dbb magazin | Juni 2026

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