Hochsommer und Hitzewelle sind vorbei, doch die Wälder zeigen unmissverständlich deren Folgen: Vielerorts sind früh vergilbendes Laub und absterbende Bäume zu sehen. Besonders alarmierend: Der Druck steigt auch auf vermeintlich klimaresistente Baumarten wie die Eiche. Der BDF sieht dringenden Handlungsbedarf.
Laut den Ergebnissen der Waldzustandserhebung 2025 zeigen Bäume über 60 Jahre überdurchschnittlich häufig Zeichen von Vitalitätsverlust in Form deutlicherer Kronenverlichtung. Nur noch etwa 20 Prozent der untersuchten Bäume in Deutschland haben keinen Kronenschaden.
Dirk Schäfer, BDF-Bundesvorsitzender, zeigte sich am 7. September 2026 besorgt: „Wir erleben eine Zeitenwende auch in unseren Wäldern. Die Klimaprognosen zeichnen ein klares Bild davon. Jahr für Jahr bestätigt das Wetter wieder, dass sich das Klima entlang der schlechteren Prognosen entwickelt. Die Folgen sind dramatisch: in 60-80 Jahren können möglicherweise nur noch wenige der uns wohlbekannten heimischen Baumarten in unserem Land leben. Rotbuchen, Stiel- und Traubeneiche, Fichten, sowie Kiefern, Birken und viele mehr kommen mit Sommertrockenheit und Hitze nicht mehr zurecht. Das würde unser Land dramatisch verändern und massive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft wie auch die Natur entfalten!“
Zukünftig sind katastrophale Zusammenbrüche des Waldes durch Sturm, Feuer und Schadorganismen zu erwarten. Großflächig entwaldete Gebiete wie im Harz, im Sauerland und im Thüringer Wald führen vor Augen, wie sich bundesweit Waldgebiete in den kommenden Jahren entwickeln könnten. „Försterinnen und Förster tragen seit Jahrhunderten Verantwortung für den Wald und haben es gelernt, über Jahrzehnte und Jahrhunderte in die Zukunft zu denken und zu planen. Die Langfristigkeit der Waldentwicklung in Verbindung mit der verbleibenden Unsicherheit der Prognosen macht die aktuelle Lage besonders herausfordernd.“ ergänzt Schäfer und führt weiter aus: „Die gegenwärtige Situation macht die Forstleute tief betroffen. Nicht nur wegen der mit den Klimawandelfolgen verbundenen erhöhten Arbeitsbelastung. Mehr noch wegen der Ohnmacht angesichts der Waldschäden.“
Trotzdem gelte es, konsequent anzupacken. Schäfer: „In den meisten Ländern gibt es bereits Konzepte zur Entwicklung klimaresilienter Wälder. Und es ist wichtig, jetzt in den Wald zu investieren. Denn es geht im Rahmen der Daseinsvorsorge um künftige Generationen. Auch unsere Kinder und Enkel brauchen stabile, vielfältige und leistungsfähige Wälder. Als Rohstoffquelle, Erholungsort oder Heimstätten der Artenvielfalt.“
Der Bund Deutscher Forstleute weist daher nachdrücklich auf die Dringlichkeit der Lage hin und fordert die Umsetzung von Maßnahmen in drei zentralen Säulen: Klimaschutz, Waldumbau und Katastrophenvorsorge. Angesichts der Konzentration des Regierungshandelns der letzten Jahre auf Wirtschaftsförderung, Infrastruktur und Verteidigung ist aus Sicht des BDF der Schutz von Klima und Umwelt zu kurz gekommen.