Katholische Erziehergemeinschaft (KEG)

KEG befürchtet massive Verschlechterung der Betreuungsqualität in Kitas

Die KEG befürchtet, dass sich die Betreuungsqualität in Kitas massiv verschlechtert. „Wir brauchen mehr Anreize für die Gewinnung von Fachkräften“, forderte die KEG-Vorsitzende Gerlinde Kohl am 21. Oktober 2020.

Nach aktuellen Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) ist die Zahl der Kinder unter drei Jahren in öffentlich geförderter Betreuung im Zeitraum von 2015 bis 2020 von 693.000 auf 829.000 gestiegen. Gleichzeitig ist aufgrund vermehrter Betreuungswünsche die Betreuungslücke von 215.000 auf 342.000 Kitaplätze angewachsen. Gerlinde Kohl übt daher deutliche Kritik an der unzureichenden staatlichen Bedarfsplanung.

Laut KEG droht eine Absenkung der Betreuungsqualität an den deutschen Kinderbetreuungseinrichtungen. Die KEG-Vorsitzende betonte: “Der Druck auf die Einrichtungen steigt gerade gewaltig, vorübergehend mehr Betreuungsplätze durch die Vergrößerung der vorhandenen Kindergruppen zu schaffen und das Fachkräfteproblem durch die Zulassung von ergänzenden Kräften, also Personen ohne eine angemessene Ausbildung abzumildern. Wir befürchten, dass folglich gerade sozial bedürftige Kinder in Kitas immer weniger Förderung erhalten werden.“

Eine Hauptursache der Misere besteht nach Einschätzung der KEG darin, dass die Politik einen Rechtsanspruch auf Betreuung auch für Dreijährige samt längeren Öffnungszeiten beschlossen hat, ohne eine solide Planung zur Bedarfsdeckung vorzulegen. „Beim Ausbau des Rechtsanspruchs auf Kitaplätze wurde die Planung zur Deckung des Fachkräftebedarfs massiv vernachlässigt“, sagte Kohl.

Die KEG fordert deshalb von der Politik möglichst schnell starke effektive Anreize, um mehr Fachkräfte zu gewinnen, wozu auch eine bessere Bezahlung gehöre.

 

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