Seniorenpolitische FachtagungGeyer: „Wir brauchen Lösungen statt populistischer Phrasen!“

Rente, Krankenversicherung, Pflege: Der dbb-Chef erwartet Reformen, allerdings läuft die politische Debatte oft in die falsche Richtung.

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„Die sogenannte Zwei-Klassen-Medizin ist ein gutes Beispiel für eine Behauptung, die spaltet, aber keine Probleme löst“, sagte Volker Geyer, Bundesvorsitzender des dbb, am 30. September 2026 in Berlin. „Angeblich würde es in einer vermeintlich solidarischen Bürgerversicherung keine Unterschiede in der Versorgung mehr geben. Aber letztlich ist es doch so: Eine Basisversorgung würde von einer Zwei-Klassen-Medizin zu einer Mehr-Klassen-Medizin führen. Wer es sich leisten kann, wird je nach Kontostand Zusatzversicherungen abschließen und sich somit Zusatzschutz erkaufen.“

Die logische Schlussfolgerung, dass die Versorgungsqualität im Sinne der Bevölkerung nicht vom Geldbeutel abhängen sollte, würden die Befürworter der Bürgerversicherung nicht ziehen, kritisierte der dbb-Chef. „Stattdessen erleben wir immer wieder, dass Neiddebatten gegen das Berufsbeamtentum geschürt und populistische Falschbehauptungen aufgestellt werden, die einem Faktencheck nicht standhalten. Wir brauchen nachhaltige Lösungen statt populistischer Phrasen!“

Der dbb wirbt nicht zuletzt in seiner aktuellen Kampagne „Deutschlands Stärke“ für eine faktenbasierte Debatte. Geyer: „Wir zeigen die Menschen, die dieses Land am Laufen halten. Die Menschen, die für Sicherheit, Bildung, funktionierende Infrastruktur und verlässliche öffentliche Leistungen sorgen“ – diese Botschaft richte sich an alle Generationen; an die Kolleginnen und Kollegen im aktiven Dienst sowie an die Seniorinnen und Senioren. „Sie haben den öffentlichen Dienst über Jahrzehnte mit Erfahrung, Pflichtbewusstsein und großem Einsatz geprägt. Ihr Wissen und ihre Lebensleistung verdienen Anerkennung, und ihre Perspektive muss in den heutigen Debatten gehört werden.“

Unter dem Titel „Bezahlbar und gut versorgt – neue Wege für die Gesundheit im Alter“ diskutierten Mitglieder der dbb bundesseniorenvertretung anlässlich der Seniorenpolitischen Fachtagung am 30. September 2026 in Berlin über notwendige Reformen im Gesundheitswesen.

Es gehe es nicht allein darum, steigende Kosten zu begrenzen, betonte dbb-Senioren-Chef Horst Günther Klitzing in seiner Eröffnungsrede. Entscheidend sei vielmehr eine Neuausrichtung: „Gesundheit im Alter muss nachhaltig, wirksam und menschenwürdig gestaltet werden.“

Dazu gehören aus Sicht der dbb bundesseniorenvertretung insbesondere mehr Prävention, eine bedarfsgerechte Medikation und Behandlung älterer Menschen sowie bessere Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe. Denn Einsamkeit und fehlende soziale Kontakte können sich auch auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken.

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