Gymnasien sind auf einen möglichen erneuten Distanzunterricht deutlich besser vorbereitet als andere Schulformen. Das zeigen Erhebungen, die nach der Coronapandemie erstmals systematisch untersucht hatten, wie vorbereitet sich Schulleitungen sowie Schülerinnen und Schüler auf künftigen Distanzunterricht fühlen. Der Deutsche Philologenverband (DPhV) wertet die Ergebnisse als Beleg für den Weitblick und das Engagement der Gymnasiallehrkräfte. Er fordert, die begonnene Modernisierung der digitalen Infrastruktur an allen Schulen konsequent mit verbindlichen Standards fortzusetzen, damit auch künftig alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von Schulform und familiären Ressourcen bestmöglich auf digitale Lernszenarien vorbereitet sind. „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Unsere Gymnasien haben aus den Erfahrungen der Pandemie gelernt und ihre Hausaufgaben gemacht“, erklärte die DPhV-Bundesvorsitzende Susanne LinKlitzing am 8. Juli 2026. „Das ist zuallererst ein Verdienst der Gymnasiallehrkräfte, die mit großem persönlichem Einsatz digitale Unterrichtsformate in ihren Schulalltag integriert haben. Diese Leistung verdient Anerkennung – und sie zeigt, was möglich ist, wenn Engagement auf funktionierende Strukturen trifft.“ Konkret fühlten sich nur 24 Prozent der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten nicht oder nur wenig auf einen künftigen Distanzunterricht vorbereitet – bei Schülerinnen und Schülern anderer Schulformen lag dieser Anteil mit 35 Prozent deutlich höher, im Durchschnitt aller 15-Jährigen bei 30 Prozent. Auch im internationalen Vergleich schnitt Deutschland insgesamt besser ab als der OECD-Durchschnitt, in dem sich 36 Prozent der Jugendlichen unzureichend vorbereitet fühlten. Aus Sicht der Schulleitungen fiel das Bild noch positiver aus: Bundesweit sahen lediglich 6,5 Prozent von ihnen ihre Schule nicht ausreichend auf künftigen Distanzunterricht vorbereitet – ein Vertrauensbeweis in die geleistete Aufbauarbeit. DPhV Digitale Ausstattung der Schulen erfordert Mindeststandards Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des DPhV dbb brandenburg Gespräch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke Am 9. Juli 2026 hat sich der Vorsitzende des dbb brandenburg, Ralf Roggenbuck, mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und dem dbb-Bundesvorsitzenden Volker Geyer in Potsdam ausgetauscht. Gegenstand des Gesprächs waren unter anderem die Angriffe auf das Berufsbeamtentum und die Umsetzung der Herstellung der amtsangemessenen Alimentation unter Berücksichtigung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Roggenbuck dankte dem Ministerpräsidenten im Namen des dbb-Landesbundes dafür, dass die Landesregierung sich mit dem Gesetzgebungsverfahren auf den Weg gemacht hat, Beamtinnen und Beamte ab 1. Januar 2026 verfassungskonform zu besolden. Das Bundesland nehme damit eine Vorreiterrolle ein. kurz notiert Die von der Landesregierung im Rahmen der Haushaltsgesetzgebung für 2027 kommunizierte Anpassung der Besoldung für Schulleitungen und Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen findet die Zustimmung des DBB NRW Beamtenbund und Tarifunion. Roland Staude, 1. Vorsitzender des DBB NRW, am 15. Juli 2026: „Das Besoldungspaket für Schulleitungen und Fachleitungen in der Lehrerausbildung zeigt, dass die Landesregierung die Notwendigkeit motivierter Lehrkräfte für gute Bildung in allen Schulformen erkannt hat. Die leistungsorientierte Ausrichtung des Zulagen- und Vergütungswesens für zusätzliches Engagement und die Übernahme von Verantwortung und Zusatzaufgaben durch das Lehrpersonal ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer modernen und gerechten Besoldungsstruktur.“ Das Land stellt vier Millionen Euro zusätzlich bereit, um die Besoldung von Rektoren, Konrektoren und von Fachleitungen in der Lehrkräfteausbildung anzuheben und die Stellenanzahl von Konrektoren an den Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen bedarfsgerecht zu erhöhen. Staude: „Zusammen mit der bereits eingespurten A 13-Eingruppierung von Lehrkräften an Grundschulen und in der Sekundarstufe I hat die Landesregierung ein gutes Paket für eine Attraktivierung des öffentlichen Dienstes geschnürt, um die Zahl der bisher 20 000 unbesetzten Stellen wirksam reduzieren zu können. Aus unserer Sicht sollte der Fokus jedoch prioritär auf die anstehende Besoldungsstrukturreform gelegt werden, um den öffentlichen Dienst als Ganzes in die Zeit zu stellen. Das ist für uns ein steter Prozess, an dem wir konstruktiv mitwirken werden.“ DBB NRW Besoldungspaket für engagierte Lehrkräfte Roland Staude, Vorsitzender des DBB NRW 46 KOMPAKT dbb magazin | September 2026
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