dbb magazin 9/2026

GEWERKSCHAFTEN Tätliche Angriffe auf Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sind an der Tagesordnung und die Fallzahlen steigen. Der Vorsitzende des dbb saar, Sascha Alles, sagte dazu am 7. Juli 2026: „Nach dem tragischen Tod unserer Kollegen von Polizei und Gerichtsvollzieher im letzten Jahr und den jüngsten Ereignissen in Stade, bei denen sechs Mitarbeiter einer Jugendhilfeeinrichtung sowie des Jugendamtes getötet wurden, ist ein neuer trauriger Höhepunkt erreicht.“ Ob in Jugendämtern, sozialen Diensten, Schulen, Polizei, Justiz, Rettungsdiensten oder Verwaltungen, „die Kolleginnen und Kollegen übernehmen jeden Tag Verantwortung für unsere Gesellschaft. Tägliche Anfeindungen, Pöbeleien oder gar körperliche Übergriffe dürfen nicht geduldet werden. Wir erwarten Respekt für diejenigen, die für unsere Gesellschaft in vielfältiger Weise eintreten und diese täglich am Laufen halten.“ Jegliche Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sei ein Angriff auf den Rechtsstaat und somit auf die Demokratie. „Wir fordern eine bessere statistische Erfassung und eine Erweiterung der Auswertungsmöglichkeiten bei Gewaltdelikten auch außerhalb der Polizei“, sagte Alles. Auch können wir uns einen vorübergehenden Entzug der Fahrerlaubnis nach Gewaltdelikten gegen Beschäftigte vorstellen. Es sollte jedem klar sein, dass ein solches Verhalten direkte Konsequenzen nach sich zieht. Auch der Bayerische Beamtenbund (BBB) fordert eine bessere Erfassung und härtere Sanktionen für entsprechende Delikte. „Wer im öffentlichen Dienst Verantwortung für andere Menschen übernimmt, darf keine Sorge haben, nach Dienst nicht mehr gesund nach Hause zu kommen“, sagt BBB-Chef Rainer Nachtigall und fordert eine bessere statistische Erfassung und eine Ausdehnung der Auswertungsmöglichkeiten bei Gewaltdelikten außerhalb der Polizei. Alle Beschäftigten müssten sich darauf verlassen können, dass Dienstherren und Arbeitgeber entsprechende Taten angemessen dokumentieren und verfolgen. Die regelmäßigen Auswertungen im Bereich der Polizei können als Grundlage genommen werden. Auch der Entzug der Fahrerlaubnis für Täter sei als Maßnahme denkbar: „Wer schlägt, läuft!“ müsse die Devise lauten, so Nachtigall. dbb saar und BBB Gewalt gegen Beschäftigte nicht dulden Rainer Nachtigall, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes (BBB) Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) steht Impulsen, die zur Verbesserung der Qualität im Bahnverkehr beitragen, offen und gesprächsbereit gegenüber. Ein Weg dahin kann auch ein stärkerer Wettbewerb im Schienenfernverkehr sein. Laut dem Beschlussentwurf der Bundesnetzagentur (BNetzA) sollen auf hoch belasteten Trassen nur noch maximal 75 Prozent der Kapazitäten an einen einzelnen Anbieter vergeben werden. Die GDL ist überzeugt, dass Wettbewerb auf der Schiene unter den richtigen Rahmenbedingungen weitreichende Signale an Qualität, Kundenorientierung und Preisentwicklung im gesamten Fernverkehrssegment haben kann. Die DB Fernverkehr hat diese Aspekte nicht nur in den letzten Jahren, sondern über Jahrzehnte hinweg durchgehend vernachlässigt. Andere Anbieter haben sich dabei nicht nur im Fern-, sondern auch im Nahverkehr bereits lange als eine echte Alternative etabliert. Es ist nur folgerichtig, dass die Bundesnetzagentur diesen Weg weiter beschreitet. Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL: „Die alarmistische Haltung mancher Verbände, Gewerkschaften und der Deutschen Bahn selbst teilt die GDL nicht. Etwaige Befürchtungen, durch eine Vergabe lukrativer Strecken an Konkurrenten würde die Anbindung der Fläche gefährdet, lassen sich durch eine durchdachte Vergabepraxis von vornherein entkräften. Eine intelligente Vergabepraxis fördert die wirkliche Gleichbehandlung der Eisenbahnverkehrsunternehmen und sollte das Ziel verfolgen, am Ende sogar mehr Angebot auch für den Fernverkehr auf die Schiene zu bringen.“ Die weitere Öffnung des Schienenfernverkehrs für Konkurrenzanbieter werde „die Quasi-Monopolisten der Deutschen Bahn hoffentlich dazu drängen, das eigene Angebot zu verbessern, den Fahrgästen ein angenehmeres und zuverlässigeres Reiseerlebnis bieten zu können und ihrem Auftrag, das Land über die Schiene zu verbinden, auch endlich gerecht zu werden. Aus eigenem Antrieb hat man das bis heute nicht getan“, so Reiß. GDL Offen für mehr Wettbewerb im Schienenfernverkehr Sascha Alles, Vorsitzender des dbb saar Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL 42 KOMPAKT dbb magazin | September 2026

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